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Prädiabetes erkennen: Blutzucker senken, Herz schützen

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Prädiabetes betrifft Millionen – oft unbemerkt. Studien zeigen: Wer durch Lebensstiländerung den Blutzucker normalisiert, halbiert das Risiko für Herzinfarkt und Herzschwäche. Warum Prävention entscheidend ist und wie sich Betroffene schützen können.

PharmaNow berichtete bereits am 2. Oktober 2025 über erste Ergebnisse der Studie zur Prädiabetes-Remission. Nun liegen erweiterte Auswertungen vor, die zentrale Aussagen zur kardiovaskulären Prävention untermauern.

Prädiabetes: Die unterschätzte Vorstufe

Prädiabetes ist mehr als eine harmlose Vorstufe vor Typ-2-Diabetes. Die Stoffwechselveränderung verläuft häufig symptomlos, kann aber schwere gesundheitliche Folgen haben. Studien zeigen: Bereits in diesem Frühstadium steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenschäden, neurologischeKomplikationen und andere Folgeerkrankungen deutlich.

In Österreich lebt laut aktuellen Daten etwa jeder fünfte Erwachsene mit Prädiabetes, häufig ohne Diagnose. Hinweise liefern erhöhte Nüchternblutzuckerwerte über 97 mg/dl oder ein HbA1c-Wert zwischen 5,7 und 6,4 Prozent. Ab zwei Messwerten über 6,5 Prozent gilt Typ-2-Diabetes als gesichert.

Ursachen: Lebensstil und Gene

Die wichtigsten Risikofaktoren für Prädiabetes sind Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung sowie chronischer Stress. Daneben spielt auch die genetische Veranlagung eine mitentscheidende Rolle. Zahlreiche genetische Merkmale können die Entstehung der Erkrankung begünstigen. Dabei wird jedoch nicht die Krankheit selbst, sondern lediglich die Veranlagung vererbt – Typ-2-Diabetes kann sich auch ohne familiäre Vorbelastung entwickeln.

Daten zeigen: Wer den Blutzucker senkt, schützt das Herz

Eine im Fachjournal The Lancet veröffentlichte internationale Studie zeigt: Menschen mit Prädiabetes, die es durch Lebensstiländerung schaffen, ihre Blutzuckerwerte zu normalisieren, halbieren ihr Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und frühzeitige Todesfälle.

In der Studie analysierten Forschende der Universitätsklinik Tübingen, des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) und der Helmholtz-Gesellschaft gemeinsam mit Partnern aus den USA und China die Langzeitdaten von über 2.400 Personen. Die Daten stammen aus zwei der weltweit größten Studien zur Diabetesprävention und bieten neue Einblicke in den Verlauf von Prädiabetes und die Auswirkungen einer Blutzuckernormalisierung.

Entscheidend war nicht allein der Gewichtsverlust, sondern die tatsächliche Normalisierung der Blutzuckerwerte – eine sogenannte Remission. Diese senkte das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle um rund 50 Prozent – unabhängig von Alter, Gewicht oder ethnischer Herkunft. Die Beobachtungszeiträume lagen bei 20 Jahren in der amerikanischen Studie bzw. 30 Jahren in China. Die Ergebnisse gelten als potenziell wegweisend für zukünftige Präventionsleitlinien.

Nachhaltige Blutzuckersenkung als vierte Säule der Prävention

Die Studienergebnisse legen nahe, dass die Normalisierung des Blutzuckers bei Prädiabetes künftig als vierte Säule der Herz-Kreislauf-Prävention gelten könnte – zusätzlich zur Kontrolle von Blutdruck, LDL-Cholesterin und Tabakkonsum. Personen, denen es gelingt, ihren Blutzucker in den Normalbereich zu senken, profitieren langfristig: Sie haben nicht nur ein deutlich geringeres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, sondern auch, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Herzschwäche zu sterben. Besonders bemerkenswert: Bereits ein Nüchternblutzuckerwert unter 97 mg/dl – ohne zusätzliche HbA1c-Bestimmung – reicht laut den Studienautoren als verlässlicher Marker für ein dauerhaft reduziertes Herzrisiko. Dieser einfach zu erhebende Wert könnte künftig als Zielvorgabe in Hausarztordinationen dienen – unabhängig von Alter, Gewicht oder Herkunft der Patientinnen und Patienten.

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