Start Wissenschaft High-Protein-Produkte: Beliebt, aber nicht zwingend nötig

High-Protein-Produkte: Beliebt, aber nicht zwingend nötig

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Riegel, Joghurts und Puddings mit extra Eiweiß sind im Trend – ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher greift regelmäßig zu. Doch laut Expertinnen und Experten reicht für die meisten Menschen eine ausgewogene Ernährung aus. Auch der oft angeführte Sättigungseffekt steht zur Diskussion.

Ein Drittel konsumiert regelmäßig High-Protein-Produkte

Laut einer aktuellen Umfrage des IMAS-Instituts (Institut für Markt-Sozialanalysen) konsumiert rund ein Drittel der Befragten mindestens einmal pro Woche sogenannte High-Protein-Produkte wie Riegel, Joghurts oder Puddings. Acht Prozent greifen sogar täglich dazu. Immerhin 37 Prozent verzichten gänzlich auf diese eiweißangereicherten Lebensmittel.

Geschmack und Sättigung als Hauptmotive

Die Motive für den Konsum sind vielfältig. An erster Stelle steht für 48 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten der praktische Snack-Aspekt. Fast ebenso viele nennen den Geschmack als Hauptgrund. 31 Prozent erwarten einen längeren Sättigungseffekt – viele Hersteller betonen diesen auch in der Bewerbung ihrer Produkte. Gesundheitliche Gründe folgen erst an vierter Stelle. Nur 30 Prozent konsumieren die Produkte wegen ihres vermeintlichen gesundheitlichen Nutzens.

Jüngere greifen häufiger zu

1.008 Personen ab 16 Jahren wurden in der IMAS-Umfrage befragt. Dabei zeigte sich, dass jüngere Menschen sowie Personen mit höherer formaler Bildung häufiger auf den Trend eingehen. Unterschiede zwischen Männern und Frauen bestehen kaum.

Gesund oder überbewertet?

Die Einschätzung zur gesundheitlichen Wirkung fällt unterschiedlich aus:
35 Prozent halten High-Protein-Produkte für gesund, 25 Prozent für ungesund. Unter den regelmäßig Konsumierenden liegt der Anteil derer, die einen gesundheitlichen Nutzen sehen, deutlich höher – 70 Prozent. Nur sechs Prozent dieser Gruppe halten die Produkte für ungesund.

Foodwatch warnt vor hoch verarbeiteten Produkten

Indra Kley-Schöneich von Foodwatch Österreich weist auf einen wichtigen Aspekt hin: Viele der sogenannten Proteinprodukte enthalten hoch verarbeitete Inhaltsstoffe wie Proteinpulver, Süßstoffe und Zusatzstoffe. Gerade bei Joghurts oder Puddings werde oft günstiges Molkepulver zugesetzt, um den Eiweißgehalt zu steigern – ohne echten Zusatznutzen für die Gesundheit. Dabei seien Milchprodukte bereits natürliche Eiweißquellen.

Die NGO betont außerdem: „Auch Sportlerinnen und Sportler können ihren Proteinbedarf durch eine ausgewogene Ernährung problemlos decken.“

EU-Regelung für „High Protein“

Laut EU-Verordnung darf ein Produkt als „Proteinquelle“ bezeichnet werden, wenn mindestens zwölf Prozent der Kalorien aus Eiweiß stammen. Erst ab 20 Prozent Eiweißanteil darf ein Lebensmittel als „High Protein“ ausgelobt werden.

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