Start Wissenschaft Frühes Abendessen verbessert Stoffwechselwerte

Frühes Abendessen verbessert Stoffwechselwerte

Wer die letzte Mahlzeit des Tages mehrere Stunden vor dem Zubettgehen einnimmt, könnte Herz-Kreislauf- und Stoffwechselwerte verbessern. Darauf deutet eine randomisiert-kontrollierte Studie mit übergewichtigen und adipösen Erwachsenen hin. Die Forschenden beobachteten unter anderem günstigere nächtliche Blutdruckwerte, eine niedrigere Herzfrequenz sowie eine verbesserte Blutzuckerregulation am Morgen.

Die Uhrzeit der letzten Mahlzeit könnte für die Gesundheit wichtiger sein als bisher angenommen. Wissenschafterinnen und Wissenschafter untersuchten, ob ein verlängertes nächtliches Fasten mit einem ausreichenden Abstand zwischen Abendessen und Schlafenszeit positive Auswirkungen auf Herz und Stoffwechsel hat.

An der Studie nahmen 39 Erwachsene im Alter zwischen 36 und 75 Jahren mit Übergewicht oder Adipositas teil. Über rund siebeneinhalb Wochen verglichen die Forschenden zwei Gruppen: Eine behielt ihre üblichen Essenszeiten bei, die andere beendete die Nahrungsaufnahme mindestens drei Stunden vor dem Schlafengehen und verlängerte dadurch die nächtliche Fastenphase.

Positive Effekte ohne Kalorienreduktion

Die Teilnehmenden der Interventionsgruppe fasteten durchschnittlich knapp 15 Stunden pro Nacht und hielten zwischen letzter Mahlzeit und Schlafenszeit einen Abstand von mehr als vier Stunden ein. Die tägliche Kalorienaufnahme unterschied sich dabei nicht wesentlich von jener der Kontrollgruppe.

Gerade dieser Punkt ist für die Interpretation der Ergebnisse relevant: Die beobachteten Veränderungen lassen sich laut den Studienautoren nicht durch eine geringere Energieaufnahme erklären, sondern stehen offenbar mit dem veränderten Essenszeitpunkt in Zusammenhang.

Verbesserte nächtliche Herz-Kreislauf-Regulation

Im Verlauf der Studie zeigte die Interventionsgruppe eine günstigere nächtliche Regulation des Herz-Kreislauf-Systems. Blutdruck und Herzfrequenz sanken während des Schlafs stärker ab als bei den Personen mit unveränderten Essenszeiten.

Ein solches nächtliches Absinken gilt als Hinweis auf eine gesunde Anpassung des Herz-Kreislauf-Systems während der Ruhephase. Zusätzlich stellten die Forschenden Anzeichen für eine verbesserte Aktivität des autonomen Nervensystems fest.

Vorteile auch für den Zuckerstoffwechsel

Neben den Herz-Kreislauf-Werten profitierten auch Stoffwechselparameter. Die Teilnehmenden zeigten am Morgen eine bessere Glukosetoleranz. Zudem deuteten die Ergebnisse auf eine günstigere Insulinreaktion hin. Begleitet wurden diese Veränderungen auch von geringeren nächtlichen Kortisolwerten. 

Einfacher Ansatz für den Alltag

Die Studienautoren sehen in dem Konzept einen potenziell praktikablen Ansatz zur Unterstützung der kardiometabolischen Gesundheit. Im Unterschied zu manchen Formen des Intervallfastens steht dabei nicht ein starres Essensfenster im Vordergrund, sondern der zeitliche Abstand zwischen der letzten Mahlzeit und dem Schlafengehen.

Allerdings war die Studie vergleichsweise klein und untersuchte ausschließlich übergewichtige beziehungsweise adipöse Erwachsene mittleren und höheren Alters. Ob sich die Ergebnisse auf andere Bevölkerungsgruppen übertragen lassen, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

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