Die Europäische Kommission hat erstmals ein GLP-1-Medikament zur Gewichtsreduktion in Tablettenform zugelassen. Die verschreibungspflichtige Therapie richtet sich an Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht und einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung. Ein Termin für die Markteinführung in Österreich steht derzeit noch aus.
Mit der Zulassung eines oralen Semaglutid-Präparats erweitert sich das Therapieangebot für Menschen mit Adipositas und Übergewicht in der Europäischen Union. Die Europäische Kommission hat am 15. Juli das erste GLP-1-Medikament in Tablettenform zur Gewichtsreduktion zugelassen. Bisher war der Wirkstoff Semaglutid für diese Indikation vor allem als Injektion verfügbar.
Zugelassen ist das Präparat für Erwachsene mit Adipositas sowie für Erwachsene mit Übergewicht und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung. Die Behandlung ist als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und erhöhter körperlicher Aktivität vorgesehen. Das Arzneimittel ist verschreibungspflichtig und darf ausschließlich unter ärztlicher Begleitung eingesetzt werden.
Zusätzliche Therapieoption
Semaglutid gehört zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten. Der Wirkstoff ahmt die Wirkung des körpereigenen Hormons GLP-1 nach. Dadurch werden unter anderem das Sättigungsgefühl und die Blutzuckerregulation beeinflusst, was die Gewichtsreduktion unterstützen kann.
Nach Angaben des Herstellers Novo Nordisk wird die Tablette einmal täglich mit einem Schluck Wasser vor dem Frühstück eingenommen. Die orale Darreichungsform soll insbesondere für Patientinnen und Patienten eine Alternative darstellen, für die eine Injektionstherapie nicht infrage kommt oder nicht gewünscht ist. Laut Unternehmensangaben bestehen zudem keine Wechselwirkungen mit häufig eingesetzten Arzneimitteln wie Blutdrucksenkern, Antibiotika oder oralen Kontrazeptiva.
Hersteller verweist auf Studiendaten
Novo Nordisk verweist auf Studiendaten, wonach mit dem neu zugelassenen Präparat eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von 17 Prozent erreicht wurde. Diese Angaben stammen vom Hersteller.
Mit der Entscheidung der Europäischen Kommission ist das Arzneimittel in allen EU-Mitgliedstaaten zugelassen. Ein gesondertes nationales Zulassungsverfahren ist daher nicht erforderlich. Das Unternehmen kündigte an, die Markteinführung schrittweise in den einzelnen Ländern vorzubereiten. Wann die Tabletten in Österreich verfügbar sein werden, wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Die EU-Zulassung ist nach Angaben des Herstellers bereits die fünfte weltweit. Zuvor wurde das Präparat unter anderem in den USA, Großbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain zugelassen.




