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Gehen reduziert die Sterblichkeit deutlich

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In einer neuen Auswertung zweier großer US-Langzeitstudien wird gezeigt, dass regelmäßiges Gehen die Gesamtsterblichkeit signifikant senkt. Besonders effektiv ist eine Kombination mehrerer Bewegungsformen. 

Gehen wirkt lebensverlängernd 

Regelmäßige Bewegung senkt das Sterberisiko deutlich, das ist wissenschaftlich belegt. Eine neue Analyse von Daten aus zwei renommierten US-Langzeitstudien untermauert diesen Zusammenhang. Schon einfaches Gehen reduzierte die Gesamtsterblichkeit um 17 Prozent. 

In ihrer aktuellen Studie schrieben Yang Hu von der T. H. Chan School für Öffentliche Gesundheit der Harvard Medical School in Boston (USA) und seine Co-Autoren nun, dass selbst geringfügige Aktivität – insbesondere Gehen – bereits mit einem verlängerten Leben einhergeht.

Langzeitdaten aus amerikanischen Studien

Die aktuelle Publikation im British Medical Journal basiert auf Daten von 111.000 Probanden aus US-Gesundheitsberufen (Pflege, Medizin), die über mehrere Jahrzehnte hinweg beobachtet wurden. Ausgewertet wurden die Nurses‘ Health Study (1986–2018) und die Health Professionals Follow-Up Study (1986–2020). Zu Beginn der Untersuchung waren alle Probanden gesund und frei von chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauf-Leiden. Die körperliche Aktivität wurde zu Beginn erhoben und dann alle zwei Jahre neu aufgenommen.

Insgesamt wurden 2.431.318 Millionen Personenjahre erfasst. Es kam zu 38.847 Todesfällen, davon 9.901 durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 10.719 aufgrund von Krebs und 3.159 aufgrund von Atemwegserkrankungen.

Gehen schneidet am besten ab

Im direkten Vergleich einzelner Aktivitäten zeigte Gehen den stärksten Effekt auf die Gesamtmortalität. Weitere Sportarten mit positiven Einflüssen:

Gehen: -17 Prozent
Tennis/Squash: -15 Prozent
Rudern oder Gymnastik: -14 Prozent
Krafttraining: -13 Prozent
Laufen (schnell/langsam): -13 Prozent / -11 Prozent
Stiegensteigen: -10 Prozent
Radfahren: -4 Prozent

Lediglich Schwimmen hatte statistisch keinen signifikant positiven Effekt auf die Sterblichkeit. 

Wer mehrere Sportarten kombiniert, lebt länger

Je vielfältiger die Bewegung, desto stärker der gesundheitliche Nutzen, ging aus der Studie hervor. Unabhängig vom Gesamtausmaß der Bewegung war eine breite Palette an Aktivitäten mit einer um 19 Prozent niedrigeren Gesamtmortalität verbunden. Besonders deutlich waren die Effekte bei Atemwegserkrankungen (-50%) und Herz-Kreislauf-Leiden (-30%).

Praktische Relevanz für die Gesundheitskommunikation

Die Forschenden betonen, dass sich die Ergebnisse gut in die Gesundheitsberatung integrieren lassen. „Menschen wählen im Laufe der Zeit unterschiedliche Aktivitäten, je nach Vorlieben und Gesundheitszustand. Gerade diese Vielfalt bringt langfristige Vorteile für die Lebenserwartung,“ sagt Studienleiter Yang Hu. 

Die Vorstellung, man müsse täglich 10.000 Schritte gehen, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Auch die WHO gibt keine konkrete Schrittempfehlung an, sondern setzt auf Minutenangaben für moderate bis intensive Bewegung. Die neue Analyse zeigt, dass schon wenig Bewegung besser ist als keine, und Gehen wirkt so effektiv wie kaum eine andere Sportart. Wer zudem für Abwechslung sorgt, steigert die positiven Effekte nochmals.

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