Neue Phase-III-Daten zu Survodutid zeigen deutliche Effekte auf viszerales Fett und Leberfett. Die Ergebnisse wurden beim Kongress der American Diabetes Association präsentiert und zeitgleich in zwei renommierten Fachjournalen veröffentlicht. Boehringer Ingelheim sieht darin weiteres Potenzial für den Einsatz bei Adipositas und metabolischen Lebererkrankungen.
Der duale Glukagon/GLP-1-Rezeptoragonist Survodutid von Boehringer Ingelheim hat in einer präspezifizierten Analyse der Phase-III-Studie SYNCHRONIZE-1 eine deutliche Reduktion von viszeralem Fettgewebe und Leberfett gezeigt. Die Ergebnisse wurden beim Jahreskongress der American Diabetes Association (ADA) vorgestellt und parallel im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Bereits im April hatte Boehringer Ingelheim positive Topline-Ergebnisse der Studie bekannt gegeben. Damals erreichte Survodutid bei Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht ohne Typ-2-Diabetes eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von bis zu 16,6 Prozent nach 76 Wochen.
Deutliche Reduktion von viszeralem Fett
Die nun veröffentlichten Detaildaten zeigen, dass das viszerale Fettgewebe in einer MRT-Subanalyse um bis zu 34 Prozent zurückging. Viszerales Fett gilt als besonders ungünstig für die metabolische Gesundheit, da es eng mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Lebererkrankungen verbunden ist.
Gleichzeitig verringerte sich der Leberfettgehalt um bis zu 63,1 Prozent. Laut Boehringer Ingelheim deutet dies darauf hin, dass Survodutid nicht nur das Körpergewicht reduziert, sondern auch metabolisch relevante Fettdepots beeinflussen könnte.
Gewichtsverlust überwiegend durch Fettabbau
Weitere Analysen zeigen, dass die Gewichtsabnahme überwiegend auf den Verlust von Fettmasse zurückzuführen war. In der höchsten untersuchten Dosierung entfielen maximal 10,8 Prozent der Gewichtsreduktion auf fettfreie Masse.
Der Erhalt von Muskelmasse gilt bei modernen Adipositas-Therapien als wichtiger Faktor, da unter einer Gewichtsabnahme häufig auch fettfreie Körpermasse verloren geht.
Positive Ergebnisse auch bei MASLD
Parallel veröffentlichte Boehringer Ingelheim detaillierte Ergebnisse der Phase-III-Studie SYNCHRONIZE-MASLD. Untersucht wurden Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht sowie metabolischer Dysfunktion-assoziierter steatotischer Lebererkrankung (MASLD).
Dabei erreichten bis zu 84,2 Prozent der mit Survodutid behandelten Teilnehmenden eine Reduktion des Leberfetts von mindestens 30 Prozent. Nach 48 Wochen wiesen zudem 61 Prozent der Patientinnen und Patienten einen normalen Leberfettgehalt auf. In der Placebo-Gruppe lag dieser Anteil bei 5,7 Prozent. Darüber hinaus zeigte die Studie eine Gewichtsreduktion von bis zu 12,2 Prozent gegenüber 1,0 Prozent unter Placebo.
Keine neuen Sicherheitssignale
Wie bereits aus früheren Untersuchungen bekannt, traten unter Survodutid vor allem gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Obstipation auf. Diese waren laut Unternehmen überwiegend leicht bis moderat ausgeprägt und wurden vor allem während der Dosiseskalation beobachtet. Neue Sicherheitssignale wurden in den beiden Phase-III-Studien nicht festgestellt.
Weitere Studien geplant
Survodutid befindet sich weiterhin in der klinischen Entwicklung und ist derzeit nicht zugelassen. Das Unternehmen plant zusätzliche Phase-III- und Phase-IIIb-Studien, darunter Untersuchungen bei Patientinnen und Patienten mit metabolischer Dysfunktion-assoziierter Steatohepatitis (MASH), kardiometabolischen Begleiterkrankungen sowie im Bereich Frauengesundheit.
Über die ersten Phase-III-Ergebnisse und die Positionierung von Survodutid im Markt für Adipositas-Therapien hat PharmaNow bereits berichtet.




