Start Wissenschaft Weniger Salz, geringeres Herz-Kreislauf-Risiko? 

Weniger Salz, geringeres Herz-Kreislauf-Risiko? 

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Eine aktuelle Übersichtsarbeit hat die Ergebnisse von 21 Metaanalysen zur Salzaufnahme und Herz-Kreislauf-Gesundheit ausgewertet. Die Analyse deutet darauf hin, dass eine geringere Natriumaufnahme mit niedrigeren Sterblichkeitsraten und günstigeren Blutdruckwerten verbunden ist. Eine hohe Salzaufnahme stand hingegen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle in Zusammenhang.

Zu hoher Salzkonsum gilt seit Jahren als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen, täglich maximal 5g Salz aufzunehmen. Tatsächlich liegt die durchschnittliche Aufnahme in vielen europäischen Ländern darüber.

Ein Forschungsteam aus China hat nun die verfügbare Evidenz in einem sogenannten Umbrella-Review zusammengeführt. Dabei werden die Ergebnisse mehrerer Metaanalysen systematisch ausgewertet, um einen umfassenden Überblick über die Studienlage zu erhalten.

21 Metaanalysen ausgewertet

Für die Analyse durchsuchten die Wissenschafterinnen und Wissenschafter die Datenbanken PubMed, Embase, Web of Science und Cochrane Library nach geeigneten Arbeiten, die bis zum 28. August 2024 veröffentlicht wurden. Insgesamt flossen 21 Metaanalysen in die Auswertung ein. Das Ziel war es, den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Natrium beziehungsweise Salz und verschiedenen kardiovaskulären Endpunkten zu untersuchen.

Niedrigere Natriumaufnahme mit günstigen Endpunkten verbunden

Die Auswertung zeigte, dass eine geringere Natriumaufnahme mit einem niedrigeren allgemeinen Sterberisiko assoziiert war. Auch die Sterblichkeit infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie von Schlaganfällen fiel in den analysierten Studien niedriger aus.

Darüber hinaus wurde eine niedrigere Natriumaufnahme mit günstigeren Blutdruckwerten in Verbindung gebracht. Der systolische Blutdruck lag im Mittel um 3,39mmHg niedriger, der diastolische Blutdruck um 1,54mmHg. Zusätzlich berichteten die eingeschlossenen Analysen über eine verbesserte Elastizität der Blutgefäße.

Höhere Salzaufnahme mit erhöhtem Risiko assoziiert

Umgekehrt zeigte sich bei einer höheren Salzaufnahme ein Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu zählten kardiovaskuläre Erkrankungen insgesamt, Bluthochdruck sowie Schlaganfälle.

Die Forschenden berechneten zudem eine Dosis-Wirkungs-Beziehung: Demnach war eine zusätzliche Natriumaufnahme von 1g pro Tag mit einem Anstieg des systolischen Blutdrucks um durchschnittlich 0,60mmHg verbunden. Gleichzeitig stieg das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um vier Prozent und jenes für Schlaganfälle um sechs Prozent.

Ergebnisse zeigen Zusammenhänge, keine Kausalität

Die Autorinnen und Autoren des Reviews kommen zu dem Schluss, dass eine hohe Salzaufnahme mit ungünstigen kardiovaskulären Endpunkten assoziiert ist. Eine niedrigere Natriumaufnahme stand hingegen mit günstigeren Ergebnissen in Zusammenhang.

Da die Analyse auf bereits veröffentlichten Metaanalysen basiert, lassen sich daraus jedoch keine direkten Aussagen über Ursache und Wirkung ableiten. Die Ergebnisse liefern vielmehr einen Überblick über die derzeitige Evidenzlage und unterstützen bestehende Empfehlungen zur Begrenzung der Salzaufnahme.

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