Start Wissenschaft MRT zeigt Risiken genauer als der BMI

MRT zeigt Risiken genauer als der BMI

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Eine internationale Studie mit mehr als 66.000 Personen zeigt, dass die Verteilung von Fett und Muskelmasse im MRT Gesundheitsrisiken deutlich präziser abbildet als der klassische Body-Mass-Index. Besonders Bauchfett und Fettanteile in der Muskulatur standen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang.

Der Body-Mass-Index, kurz BMI, zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Kennzahlen zur Beurteilung des Körpergewichts. Er berücksichtigt allerdings nur Größe und Gewicht. Wie Fett im Körper verteilt ist oder wie sich die Muskulatur zusammensetzt, bleibt dabei unberücksichtigt. Genau hier setzt eine neue Studie eines internationalen Forschungsteams unter Beteiligung des Universitätsklinikums Freiburg an.

Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter analysierten Ganzkörper-MRT-Aufnahmen von insgesamt 66.608 Personen. Im Fokus standen Fettdepots im Bauchraum, Fett unter der Haut, Skelettmuskelmasse sowie Fettanteile innerhalb der Muskulatur. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Radiology veröffentlicht.

Bauchfett und Muskelqualität als Risikofaktoren

Die Auswertung zeigte deutliche Zusammenhänge zwischen Körperzusammensetzung und späteren Erkrankungen. Personen mit erhöhtem Bauchfett entwickelten häufiger Diabetes. Gleichzeitig war ein hoher Fettanteil innerhalb der Muskulatur mit einem gesteigerten Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Eine geringe Muskelmasse wiederum stand mit einer höheren Gesamtsterblichkeit in Zusammenhang.

Laut den Forschenden blieben diese Zusammenhänge auch bestehen, wenn bekannte Risikofaktoren wie Rauchen oder Bluthochdruck berücksichtigt wurden. Die MRT-Analyse könnte damit zusätzliche Hinweise liefern und die klassischen Risikobewertungen ergänzen.

Gleicher BMI bedeutet nicht gleiches Risiko

Nach Ansicht der Studienautorinnen und -autoren bleibt der BMI weiterhin ein geeignetes Instrument zur groben Einschätzung des Gewichts im Verhältnis zur Körpergröße. Für eine genauere Beurteilung individueller Gesundheitsrisiken reiche er jedoch oft nicht aus.

Zwei Menschen mit identem BMI könnten sich deutlich darin unterscheiden, wo Fett gespeichert ist und wie gut die Muskulatur erhalten bleibt. Vor allem Fettablagerungen innerhalb der Muskulatur seien von außen nicht sichtbar. Die MRT-Untersuchung könne diese Unterschiede sichtbar machen und mit Referenzwerten gesunder Personen vergleichen. Dadurch soll eine individuellere Einschätzung der Körperzusammensetzung möglich werden.

Künstliche Intelligenz analysierte die MRT-Daten

Die Grundlage der Untersuchung bildeten Daten aus der UK Biobank sowie der deutschen Langzeitstudie NAKO. Mithilfe eines automatisierten Deep Learning Systems wurden verschiedene Kennwerte aus den MRT-Aufnahmen berechnet. Danach analysierten die Forschenden, ob sich Zusammenhänge zwischen den ermittelten Werten und späteren Erkrankungen oder Todesfällen zeigen. 

Künftig soll untersucht werden, wie sich die neuen MRT-Kennwerte im klinischen Alltag einsetzen lassen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Krebsmedizin. Dort wollen die Forschenden prüfen, ob sich Therapie, Nebenwirkungen, Rückfälle oder Überlebenschancen besser vorhersagen lassen.

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