Start Apotheke Tara FSME-Impfung verhinderte 10.000 Hospitalisierungen seit 2000

FSME-Impfung verhinderte 10.000 Hospitalisierungen seit 2000

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Eine aktuelle Studie der MedUni Wien zeigt: Die FSME-Impfung bietet seit Jahrzehnten in Österreich einen nahezu vollständigen Schutz. Doch die Impfbereitschaft nimmt ab – mit spürbaren Folgen.

Die FSME-Impfung hat in Österreich zwischen 2000 und 2024 geschätzt mehr als 10.000 Spitalsaufenthalte, 4.000 schwere Verläufe und 80 Todesfälle verhindert. Das zeigte eine Studie der MedUni Wien, die Mitte Oktober im Fachjournal „Vaccine“ erschienen ist.

Allerdings: „Die Häufigkeit der FSME hat in Europa in den vergangenen zehn Jahren zugenommen, sogar in Österreich, das die höchste Impfrate aufweist“, schrieben die Fachleute.

Hohe Schutzwirkung, aber sinkende Impfbereitschaft

Die Untersuchung basierte auf einer retrospektiven Analyse der landesweiten Spitalsdaten zu labordiagnostisch bestätigten FSME-Fällen. Insgesamt wurden 2.260 hospitalisierte Fälle ausgewertet. Ein Ergebnis der Analyse: die Schutzrate der Impfung macht 99% bei regelmäßig Geimpften aus und immer noch über 90% bei unregelmäßig Geimpften.

„Unsere Daten zeigten jedoch, dass die Impfquote und die Einhaltung des Impfplans im Laufe der Zeit zurückgingen“, schrieben Simon Raffl vom Zentrum für Virologie der MedUni Wien und seine Co-Autorinnen und -Autoren. Dies ging mit einer zeitgleich steigenden Fallzahl in nicht geimpften und unregelmäßig geimpften Bevölkerungsgruppen einher und führte „zu einem signifikanten Anstieg der FSME-Inzidenz“.

Besonders betroffen: Ungeimpfte und ältere Erwachsene

Von den 2.260 hospitalisierten FSME-Erkrankten im Beobachtungszeitraum, wiesen 1.051 (47%) einen schweren Verlauf auf. 26 Personen (1,2%) starben aufgrund der FSME-Infektion, überwiegend ältere Personen über 60 Jahren. 

Laut der Studie waren 84% der Erkrankten ungeimpft, aber nur 3,9% regelmäßig geimpft. Hauptursachen für den Anstieg der FSME-Fälle sind laut den Forschenden:

  • sinkende Impfbereitschaft
  • nachlassende Einhaltung des empfohlenen Impfplans
  • Zunahme unregelmäßiger Impfverläufe

Impfung bleibt der wirksamste Schutz

Die Daten zeigen: Auch wenn die FSME-Impfung in Einzelfällen keinen kompletten Schutz bietet, bleibt sie das effektivste Mittel zur Prävention schwerer Verläufe. Eine ursächliche Therapie gegen die von Zecken übertragene Viruserkrankung existiert weiterhin nicht.

„Die FSME-Impfung hat die Krankheitshäufigkeit in allen Altersgruppen erheblich reduziert. Eine anhaltend hohe Durchimpfungsrate und die Einhaltung der Impfempfehlungen sind notwendig, um FSME zu verhindern und die Belastung des Gesundheitswesens zu verringern“, so das Fazit der Studiengruppe.

Fokus auf Auffrischungsimpfungen

Aktuell liegt in Österreich die Quote jener, die mindestens eine FSME-Impfdosis erhalten haben bei 85%. Vollständig geimpft, wie im Impfplan vorgesehen, sind jedoch nur 56%.

Neu im kürzlich veröffentlichtem Impfplan für Österreich 2025/2025 ist, dass die ersten zwei Impfungen der Grundimmunisierung sowie alle Auffrischungsimpfungen bereits vor der Zeckensaison im Jänner/Februar erfolgen sollen. Von einer Titerbestimmung zur Abschätzung der Schutzdauer wird abgeraten, weil diese in der Regel keine zuverlässige Aussage erlaube. Ebenfalls neu ist eine Empfehlung zur Impfung nach einem Zeckenstich.

Originalpublikation:

Raffl S et al. Tick-borne encephalitis: Burden of disease and impact of vaccination, Austria (2000–2024). Vaccine 66 (2025). Online 12 October 2025.

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