Die Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) führt einen neuen digitalen Vorsorgepass ein. Versicherte erhalten für absolvierte Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen Punkte, die in Geldprämien umgewandelt werden können. Ziel der SVS ist es, die Teilnahme an Vorsorgeprogrammen jährlich um zehn Prozent zu steigern.
Der neue Vorsorgepass richtet sich an die rund 1,3 Millionen SVS-Versicherten sowie mitversicherte Angehörige. Er ist über die svsGO-App und das Online-Portal abrufbar. Für absolvierte Vorsorgemaßnahmen werden Punkte gutgeschrieben. Ab 500 Punkten können sich Versicherte 50 Euro auszahlen lassen, bei 1.000 Punkten sind es 100 Euro.
Nach Angaben der SVS werden alle seit Anfang 2026 absolvierten Maßnahmen automatisch erfasst. Grundlage dafür ist die Abrechnung durch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Ein gesondertes Einreichen durch die Versicherten ist nicht notwendig.
Welche Maßnahmen umfasst der Vorsorgepass?
Zum Start beinhaltet das Programm allgemeine Vorsorgeuntersuchungen für Erwachsene ab 18 Jahren sowie den „Gesundheitscheck Junior“ für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren.
Zusätzlich umfasst der Vorsorgepass mehrere Krebsfrüherkennungsprogramme:
- Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge für Frauen ab 18 Jahren
- Brustkrebsfrüherkennung ab 45 Jahren
- Prostatakrebsvorsorge ab 45 Jahren
- Darmkrebsvorsorge ab 45 Jahren
Auch Impfungen sind Teil des Programms. Dazu zählen die jährliche Grippeimpfung für alle Altersgruppen sowie Impfungen gegen Herpes Zoster und Pneumokokken ab 60 Jahren. Zudem wird eine jährliche Mundhygiene berücksichtigt.
Neben dem Bonus-System führt die SVS auch ein Statusmodell mit Bronze-, Silber- und Gold-Level ein.
SVS plant Budget von 50 Millionen Euro
SVS-Obmann Peter Lehner sprach bei der Präsentation von der „größten Vorsorgeaktion Österreichs“. Für die Bonuszahlungen seien jährlich 50 Millionen Euro vorgesehen. Ziel sei es, die Nutzung von Präventionsangeboten deutlich zu erhöhen und damit gesunde Lebensjahre zu verlängern.
Die leitende Ärztin der SVS, Dr. Isabella Bauer-Rupp, betonte die Bedeutung der Früherkennung. Viele Erkrankungen könnten im frühen Stadium besser behandelt werden. Gerade bei Männern gebe es Nachholbedarf bei Vorsorgeuntersuchungen.
Ärztekammer und Krebshilfe begrüßen Initiative
Unterstützung kommt von der Österreichischen Ärztekammer, der Österreichischen Krebshilfe sowie der Zahnärztekammer.
Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe, verwies darauf, dass etablierte Früherkennungsprogramme die Überlebenschancen bei mehreren Krebsarten erhöhen könnten. Gleichzeitig hob er die Bedeutung von Bewegung, gesunder Ernährung, Gewichtsreduktion und Rauchprävention hervor.
Auch Dr. Edgar Wutscher, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, sieht in Vorsorgeuntersuchungen die Möglichkeit, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und spätere Erkrankungen zu verhindern. Das Gespräch mit Patientinnen und Patienten spiele dabei eine zentrale Rolle.
Die Präsidentin der Zahnärztekammer, Dr. Birgit Vetter-Scheidl, begrüßte, dass erstmals auch zahnmedizinische Prävention Teil eines österreichweiten Vorsorgeprogramms sei.
Weitere Informationen stellt die SVS online unter svs.at/vorsorgepass bereit.




