Wer unter der Woche keine Zeit für Sport findet, kann ihn am Wochenende nachholen: Studien zeigen, dass es auf das Gesamtausmaß der Bewegung ankommt, nicht auf die Verteilung. In der Beratung an der Tara kann das eine motivierende Botschaft sein.
„Weekend-Warrior“-Phänomen: wenn Zeitmangel zum Sportmuster wird
Viele Menschen schaffen es nicht, regelmäßige Sporteinheiten in ihren Alltag zu integrieren. Stattdessen konzentrieren sie ihre körperliche Aktivität auf das Wochenende. Dieses sogenannte „Weekend-Warrior“-Muster galt lange als weniger wirksam als regelmäßiger Sport. Neue Daten zeigen jedoch, dass diese Annahme nicht zutrifft.
Weniger Fettgewebe – unabhängig vom Wochentag
Eine deutsch-amerikanische Forschungsgruppe analysierte die Daten von mehr als 17.000 Teilnehmenden der UK Biobank und präsentierte die Ergebnisse auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim, wie das Deutsche Ärzteblatt kürzlich berichtete.
Die Probandinnen und Probanden trugen eine Woche lang Sensoren zur Messung der körperlichen Aktivität und unterzogen sich anschließend einer Magnetresonanztomografie (MRT). Damit wurde das Fettgewebe am Bauch (viszeral) und Herz (epi- und perikardial) bestimmt. Beides sind Marker der Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Das Ergebnis: Im Vergleich zu Inaktiven hatten sowohl regelmäßig Aktive als auch „Weekend-Warriors“ deutlich weniger Fettgewebe. Nach Anpassung an die Gesamtdauer der Bewegung waren zwischen den beiden aktiven Gruppen keine Unterschiede nachweisbar.
Schutzwirkung bei Menschen mit Diabetes
Besonders eindrucksvoll sind die Ergebnisse für Menschen mit Diabetes. Eine prospektive Bevölkerungsstudie mit mehr als 51.000 Betroffenen zeigte: Wer mindestens 150 Minuten moderate bis intensive Bewegung pro Woche erreichte – egal ob verteilt oder am Stück am Wochenende –, hatte ein signifikant geringeres Sterberisiko verglichen mit inaktiven Personen:
- Gesamtsterblichkeit: um 21% (Weekend-Warriors) bzw. 17% (regelmäßig Aktive) niedriger
- Kardiovaskuläre Sterblichkeit: um 33% bzw. 19% geringer
Das internationale Forschungsteam schränkt allerdings ein, dass die Daten auf Selbstangaben der Teilnehmenden beruhen.
Jede Bewegung nützt der Gesundheit
Ob gleichmäßig über die Woche verteilt oder auf zwei Tage konzentriert – entscheidend scheint der Gesamtumfang der Bewegung. Wer die Leitlinienempfehlungen erfüllt, senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas und vorzeitigen Tod.
Wichtig bleibt, dass die Leitlinienempfehlung von mindestens 150 Minuten pro Woche moderater bis intensiver Aktivität erreicht wird.
In der Apotheke beratend motivieren
Für die Beratung in der Apotheke bedeutet dies: Bei Beratungsgesprächen kann betont werden, dass Sport, selbst wenn er nur am Wochenende ausgeübt wird, klare Vorteile bringt. Für viele – insbesondere Berufstätige oder Menschen mit familiären Verpflichtungen – kann das eine motivierende Botschaft sein, die Druck und schlechtes Gewissen rausnimmt.
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