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Schockbilder auf Zigarettenverpackungen: Bilanz

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Schockbilder auf Zigarettenpackungen lösen stärkere Reaktionen aus als reine Textwarnungen. Ob sie das Rauchverhalten nachhaltig verändern, bleibt jedoch schwer nachweisbar. Die WHO sieht in standardisierten Verpackungen einen zusätzlichen Hebel zur Verstärkung der Warnhinweise.

Seit Mai 2016 sind Zigarettenpackungen in Österreich mit drastischen Bildwarnungen versehen. Verfaulte Raucherbeine, zerstörte Lungen oder schwarze Zahnstümpfe sollen Konsumentinnen und Konsumenten abschrecken. Ziel ist es, das Rauchen unattraktiver zu machen und zum Aufhören zu motivieren. Doch wie wirksam sind diese Maßnahmen tatsächlich?

Bilder warnen besser als Texte

Forschende weisen im British Medical Journal (BMJ) darauf hin, dass sich der isolierte Effekt der Bildwarnungen auf das Rauchverhalten kaum eindeutig bestimmen lässt. Regierungen führten die Maßnahmen meist gemeinsam mit weiteren Tabakkontrollstrategien ein. Dazu zählen etwa Rauchverbote in der Gastronomie, Schutz in öffentlichen Gebäuden, Tabaksteuererhöhungen usw. 

Laut dem Bericht im BMJ-Bericht lösen Bildwarnungen jedoch stärkere emotionale Reaktionen aus als reine Textwarnhinweise. Sie erzeugen ausgeprägtere negative Einstellungen gegenüber dem Rauchen. Zudem beeinflussen sie die Absicht, mit dem Rauchen aufzuhören oder gar nicht erst damit zu beginnen. Ob diese veränderten Einstellungen langfristig zu weniger Tabakkonsum führen, bleibt jedoch schwer messbar.

WHO: Plain Packaging verstärkt Warnhinweise

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kam im vergangenen Jahr in einer Bewertung zu dem Schluss, dass sogenannte „Plain Packaging“-Regelungen die Wirkung der Warnhinweise erhöhen. Dabei handelt es sich um standardisierte Verpackungen ohne Logos und markentypisches Design.

Bewertungsstudien aus Ländern wie Dänemark, Belgien, Finnland oder Frankreich zeigen laut WHO, dass der Verzicht auf Markenoptik die Attraktivität der Produkte verringern kann. Dadurch treten die Warnhinweise stärker in den Vordergrund.

Auch die Deutsche Krebshilfe spricht sich für diesen Ansatz aus. „Derzeit bereiten uns insbesondere die Verpackungen von E-Zigaretten Sorge, die durch farbenfrohe Designs besonders ansprechend für Kinder und Jugendliche daherkommen“, sagte Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. Man fordere die Einführung standardisierter Verpackungen für alle Tabakprodukte, um deren Attraktivität zu reduzieren.

Beratung bei der Raucherentwöhnung

Für Apotheken bleibt die Raucherentwöhnung ein wichtiges Beratungsfeld. Bildwarnhinweise können Betroffene zum Nachdenken bringen und Gesprächsanlässe schaffen. Eine nachhaltige Verhaltensänderung gelingt jedoch meist nicht durch Warnbilder allein. Apothekerinnen und Apotheker können Rauchende strukturiert begleiten, indem sie zu Nikotinersatztherapien beraten. 

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