Start Wissenschaft Post-Covid: digitales Training lindert Symptome

Post-Covid: digitales Training lindert Symptome

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Ein Team der Medizinischen Universität Graz hat in einer klinischen Studie ein tabletbasiertes Trainingsprogramm für Post-Covid-Betroffene getestet. Die Ergebnisse zeigen: Kognitive Beschwerden und depressive Symptome konnten durch die digitale Intervention verringert werden.

Post-Covid belastet Gedächtnis und Psyche

Post-Covid geht häufig mit eingeschränkter geistiger Leistungsfähigkeit einher – darunter Konzentrationsprobleme, Sprachstörungen oder Gedächtnisdefizite. Zusätzlich treten oft psychische Belastungen wie Depression oder Angst auf. 

Da therapeutische Angebote bislang nur eingeschränkt verfügbar sind, prüfte das Grazer Forschungsteam um Manuel Leitner und Marisa Koini von der MedUni Graz eine digitale Alternative.

Studie mit 40 Teilnehmenden zwischen 36 und 71 Jahren

An der Studie nahmen 40 Personen im Alter zwischen 36 und 71 Jahren teil. Die Hälfte absolvierte drei Monate lang ein Training am Tablet, das kognitive Übungen, Entspannungstechniken und physiotherapeutische Elemente kombinierte. Die Kontrollgruppe stand zunächst auf einer Warteliste. 

Vor Beginn sowie nach drei und sechs Monaten wurden umfangreiche neuropsychologische Tests durchgeführt, etwa zu Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Stimmungslage und Lebensqualität.

Deutliche Verbesserungen durch digitales Training

Die Ergebnisse zeigen: In der Interventionsgruppe verbesserten sich die subjektiven kognitiven Beschwerden und die depressiven Symptome signifikant. Zudem blieb der sogenannte „MoCA Memory Index Score“ – ein Maß für die Gedächtnisleistung – stabil. In der Kontrollgruppe sank dieser Wert hingegen deutlich. Damit belegt die Studie einen messbaren Nutzen der digitalen Trainingsmaßnahme.

Tablet-Training als neue Therapieoption

„Tablet-basierte Trainingsprogramme können zur Linderung subjektiver Beschwerden, depressiver Symptome und zur Verbesserung des Gedächtnisses beitragen und als zusätzliche Therapieoption dienen“, schlussfolgern die Grazer Forscher. 

Besonders relevant sei der Ansatz, weil die Übungen ortsunabhängig durchgeführt werden können und den Patientinnen und Patienten Flexibilität im Alltag bieten. Die Autoren betonen jedoch, dass weitere Untersuchungen notwendig seien, um die langfristige Stabilität der Effekte zu bestätigen.

Therapieansätze im Spannungsfeld fehlender Definitionen

Während innovative Ansätze wie das Tablet-Training erste Erfolge zeigen, erschwert ein grundlegendes Problem die Versorgung: Es gibt bis heute keine international einheitliche Definition von Long-Covid. 

Laut einer Umfrage in 34 europäischen Staaten, an der auch die MedUni Wien beteiligt war, verwenden die Länder teils unterschiedliche Krankheitsdefinitionen. In vielen Fällen wird sogar eine „andere“ oder werden mehrere Definitionen parallel genutzt. 

„Der derzeitige Mangel an Konsens erschwert die Patientenversorgung, die Datenerfassung und die Ressourcenzuteilung und wirkt sich auf die Entwicklung der Gesundheitspolitik aus“, so das internationale Autorenteam.

Originalpublikationen:

Leitner M et al. A tablet-based intervention study to alleviate cognitive and psychological symptoms in patients with post-Covid-19 condition. Front. Psychol. 2025, 16:1582742. 25 August 2025

Gomez-Bravo R et al. Towards consensus: The need for standardised definitions in Long (post) COVID care in 34 European countries. Eur J Gen Pract. 2025 Sep 1;31(1):2535618

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