Start News Novo Nordisk senkt Wegovy®-Preis deutlich

Novo Nordisk senkt Wegovy®-Preis deutlich

Werbung

Novo Nordisk senkt in Österreich die Preise für zwei Dosierungen des Adipositasmedikaments Wegovy® und ermöglicht erstmals eine Sonder-Erstattungsregelung. 

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat am 9. Februar eine deutliche Preissenkung für Wegovy®, eines seiner Medikamente zur Behandlung von Adipositas, in Österreich bekannt gegeben. Mit der Preissenkung für die beiden höchsten Dosierungen – 1,7 mg und 2,4 mg – hat Novo Nordisk zugleich eine Sonder-Erstattungsregelung für definierte Zielgruppen adipöser Personen vereinbart. Laut dem Unternehmen liegt der monatliche Preis für Wegovy® 2,4mg nun bei 282,50 statt 333 Euro. Der Pen mit 1,7mg kostet ab sofort 244,85 statt 307,55 Euro. Wegovy®, sei damit bis zu 50 Prozent günstiger als andere einmal wöchentlich injizierbare Adipositasmedikamente am österreichischen Markt, so Novo Nordisk Österreich. Die Maßnahme soll den Zugang zu moderner Adipositastherapie erleichtern und Therapieabbrüche aufgrund hoher Kosten vermeiden.

Sonder-Erstattung für vulnerable Gruppen

In Abstimmung mit dem Dachverband der österreichischen Sozialversicherungsträger wurde eine Regelung geschaffen, die eine Kostenübernahme außerhalb des Erstattungskodex (EKO) erlaubt – allerdings nur für ausgewählte Gruppen:

  • Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren mit Equi-BMI > 30 und begleitenden Erkrankungen, bei denen vorherige Therapien erfolglos waren.
  • Erwachsene mit Adipositas, die für eine gewichtsreduzierende Operation vorgesehen sind, können Wegovy® als Teil der präoperativen Gewichtsreduktion erhalten.

Erstverordnet darf das Medikament ausschließlich über spezialisierte Zentren werden, etwa pädiatrische Adipositaszentren oder Referenzzentren der ÖGAMC.

Strategischer Zug im internationalen Wettbewerb

Das Pharmaunternehmen senkt die Preise in Österreich zu einem Zeitpunkt, an dem der globale Wettbewerb um Abnehmmedikamente immer härter wird. Wie PharmaNow berichtete, bieten Plattformen wie TrumpRx neue Möglichkeiten, teure Medikamente günstiger zu erwerben. Obwohl es keine offizielle Verbindung gibt, liegt der Gedanke nahe, dass Novo Nordisk mit dem Schritt auch strategisch auf solche internationalen Entwicklungen reagiert.

Patentstreit als Warnsignal

Erst kürzlich musste das US-Unternehmen Hims & Hers Health eine neu vorgestellte Nachahmer-Pille auf Semaglutid-Basis vom Markt nehmen. Nach rechtlichem Einschreiten von Novo Nordisk und einer Intervention der US-Arzneimittelbehörde FDA stellte Hims & Hers Health das 49-Dollar-Produkt ein. Die Novo Nordisk-Aktie legte daraufhin deutlich zu.

Zunehmender Druck durch Konkurrenz

Neben Novo Nordisk drängt auch Eli Lilly mit neuen Produkten – wie der bald erwarteten GLP-1-Pille Orforglipron – auf den Markt. Beide Konzerne setzen vermehrt auf Werbung in der breiten Öffentlichkeit und den Direktvertrieb an Selbstzahlende, etwa über Telemedizin-Plattformen. Die Marktdynamik nimmt damit weiter zu, auch in Europa.

Preissenkung mit Signalwirkung

Mit der Preissenkung und der Sonderregelung setzt Novo Nordisk Österreich ein klares Zeichen. Zuständige Stellen wollen den Zugang zur Adipositastherapie verbessern – auch unter den Bedingungen eines intensiven internationalen Wettbewerbs. Für Patientinnen und Patienten könnte das ein wichtiger Schritt in Richtung Versorgungssicherheit sein. 

Neue Artikel

Jeder vierte Prostatakrebs-Befund wird nach der Operation hochgestuft

Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse liefert neue Erkenntnisse zur Risikobewertung bei Prostatakrebs. Bei rund einem Viertel der Patienten mit...

Studie untersucht Immunzellen als Prognosemarker nach Herzinfarkt 

Forschende der Universität Münster haben einen Laborwert identifiziert, der bereits bei der Aufnahme ins Krankenhaus Hinweise auf das Sterberisiko...

Badegewässer in Österreich: Qualität hoch, dennoch Risiken beachten

Nach der ersten Hitzewelle und einer kurzen Verschnaufpause kündigt die Wettervorhersage bereits die nächste Hitzeperiode an. Viele Menschen werden...

Lebensstil prägt Diabetesrisiko stärker als Gene

Eine US-Studie auf Basis der britischen Biobank zeigt: Der Lebensstil hat größeren Einfluss auf das Risiko für Typ-2-Diabetes als...

 Weitere Artikel

Jeder vierte Prostatakrebs-Befund wird nach der Operation hochgestuft

Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse liefert neue Erkenntnisse zur Risikobewertung bei Prostatakrebs. Bei rund einem Viertel der Patienten mit...

Studie untersucht Immunzellen als Prognosemarker nach Herzinfarkt 

Forschende der Universität Münster haben einen Laborwert identifiziert, der bereits bei der Aufnahme ins Krankenhaus Hinweise auf das Sterberisiko...

Badegewässer in Österreich: Qualität hoch, dennoch Risiken beachten

Nach der ersten Hitzewelle und einer kurzen Verschnaufpause kündigt die Wettervorhersage bereits die nächste Hitzeperiode an. Viele Menschen werden...