Neue Meta-Analyse zeigt: Wer empathisch handelt, profitiert auch selbst. Forschende der Universität Mannheim belegen positive Effekte auf Lebenszufriedenheit und psychisches Wohlbefinden.
In der Weihnachtszeit fällt es vielen Menschen leichter, auf andere zuzugehen, zu helfen oder Mitgefühl zu zeigen. Doch Empathie lohnt sich nicht nur im Dezember. Eine neue Studie der Universität Mannheim zeigt, dass einfühlsames Verhalten das eigene psychische und soziale Wohlbefinden steigern kann.
Meta-Analyse mit Daten aus über 40 Studien
Ein Forschungsteam wertete Daten aus über 40 Einzelstudien in einer umfassenden Meta-Analyse aus. Veröffentlicht wurde die Untersuchung in der Fachzeitschrift Scientific Reports.
Dabei zeigte sich: Menschen, die sich in andere einfühlen können, Unterstützung anbieten oder aktiv helfen möchten, erleben im Durchschnitt mehr Lebenszufriedenheit, Freude und Sinnhaftigkeit im Leben. Das psychologische Wohlbefinden war bei diesen Personen höher ausgeprägt.
Positive Effekte unabhängig von Lebensumständen
Bemerkenswert war, dass die positiven Effekte von Mitgefühl über verschiedene Gruppen hinweg auftraten – unabhängig von Alter, Geschlecht oder religiöser Zugehörigkeit. Das deutet auf einen grundlegenden Zusammenhang hin, der sich über kulturelle und soziale Grenzen hinweg beobachten lässt.
Der Zusammenhang mit einer Verringerung negativer Gefühle wie Stress, Traurigkeit oder Überforderung war zwar schwächer, jedoch ebenfalls erkennbar. Die Studienautorinnen betonen allerdings, dass es an kontrollierten Langzeitstudien fehlt, um die genauen Mechanismen zu verstehen.
Mitgefühl ist lernbar – auch digital
Neben der Analyse bereits vorhandener Studien untersuchte das Team auch gezielte Mitgefühlstrainings, etwa in Form von Meditationsprogrammen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich Mitgefühl und das eigene Wohlbefinden durch entsprechende Übungen steigern lassen.
Ein solches Angebot hat das Team selbst entwickelt. Das derzeit laufende, wissenschaftlich begleitete Online-Training Pathways to Compassion ermöglicht Interessierten, ihre empathischen Fähigkeiten gezielt zu stärken.
Empathie als Ansatz in Bildung und Gesundheitspolitik
Nach Ansicht des Forschungsteams könnte die Förderung von Mitgefühl ein vielversprechender Ansatz für psychologische und gesundheitspolitische Maßnahmen sein. Hintergrund ist, dass ein gesteigertes Wohlbefinden nachweislich mit Langlebigkeit, körperlicher Gesundheit und sozialer Funktionsfähigkeit zusammenhängt.
Denkbar seien Programme in Schulen und in der Erwachsenenbildung oder auch digitale Formate, um empathisches Verhalten gezielt zu fördern. In einer Gesellschaft, die zunehmend von Belastungen geprägt ist, kann Mitgefühl nicht nur das Miteinander stärken, sondern auch einen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit leisten.
Gerade in der Weihnachtszeit ist Empathie oft präsenter. Doch Mitgefühl ist nicht nur zu besonderen Anlässen gefragt, es tut gut, das ganze Jahr über empathisch zu handeln. Wer anderen hilft, hilft auch sich selbst.
Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren: • Weihnachten: Wenn der seelische Druck steigt




