Das Testmagazin „Konsument“ hat zehn Insektenstichheiler getestet, die den Juckreiz nach Insektenstichen lindern sollen. Sieben davon bewerteten die Tester als eingeschränkt empfehlenswert, drei als wenig geeignet.
Insektenstichheiler versprechen rasche Linderung des Juckreizes nach Insektenstichen und das das ganz ohne Chemie. Das Testmagazin Konsument hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest zehn Produkte getestet. Sechs davon funktionierten mittels Wärme, drei mittels elektrischen Impulsen und eines durch die Erzeugung von Unterdruck an der Stichstelle. Die Arbeiterkammer Oberösterreich veröffentlichte nun das Ergebnis.
Geräte mit Wärme überzeugten am ehesten
Das beste Zeugnis stellten die Tester jenen Geräten aus, die mit Wärme arbeiten. Die Kontaktstelle des Geräts, die sich aufheizt, wird dabei an die Stichstelle gehalten. „Laut einer gut gemachten Studie funktioniert das, wenn ungefähr 51°C für fünf Sekunden auf einen Mückenstich einwirken“, ist im Testmagazin zu lesen. Die fünf getesteten Geräte von Beurer, Bite Away, Heat It, Müller und Sanitas erreichten etwa diese Temperatur und schalteten sich nach fünf Sekunden automatisch ab.
Den Wärmestift von Berrcom können die Tester nicht empfehlen, da er im Test mit 70°C deutlich heißer wurde als angegeben und sich zudem erst nach 30 Sekunden ausschaltete. Dadurch bestehe ein Verbrennungsrisiko
Elektrisch gegen Juckreiz
Auch elektrische Impulse können den Juckreiz lindern. Drückt man eine Taste auf dem Gerät, löst das einen elektrischen Impuls aus, der leicht prickelt. „Eine Studie belegt, dass dies günstige Effekte auf Juckreiz und Schwellung hat“, so die Tester. Allerdings hielten die Geräte im Test nicht so lange wie angegeben war.
Die beiden Geräte von Evolsin und SOS zählen zu den eingeschränkt empfehlenswerten. Am Gerät von NoMasQuito wird kritisiert, dass man laut Anleitung den Knopf so oft drücken kann, wie man möchte: „Ob beliebig viele Klicks wirksam und sicher sind, ist jedoch durch Studien nicht belegt.“
Patientinnen und Patienten mit Herzschrittmacher oder Epilepsie sollten piezoelektrische Stifte allerdings nicht verwenden.
Beleg für Unterdruck fehlt
Ein Gerät (von Bug Bite Thing) im Test funktionierte auf Basis von Unterdruck. Damit solle der Insektenspeichel aus dem Einstichloch herausgesaugt werden. Doch auch hier kritisiert das Testmagazin die fehlenden wissenschaftlichen Belege für die Wirkung.
Die Konsumentenschützer weisen darauf hin, dass die Geräte generell möglichst direkt nach dem Stich angewendet werden sollen, nicht jedoch an empfindlichen Stellen wie Schleimhäuten. Da es beim Alter für die Nutzung Unterschiede gibt, solle man für die Anwendung bei Kindern die Produktinformationen der Anbieter prüfen. Damit es erst gar nicht zu Insektenstichen kommt, sollte bereits im Vorfeld Mückenschutz verwendet werden.
Mehr zum Thema lesen Sie im PharmaNow-Beitrag „Mückenschutz wird in Europa noch zu wenig ernstgenommen“.




