In der Demokratischen Republik Kongo ist ein Test-Impfprogramm gegen die derzeit grassierende Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus gestartet. Zunächst wird medizinisches Personal mit dem Impfstoff Ervebo geimpft. Seit dem früheren PharmaNow-Bericht hat sich der Ausbruch massiv ausgeweitet: Mittlerweile wurden etwa 7.200 Infektionen und mehr als 3.600 Todesfälle registriert.
Am Samstag erhielten in Bunia in der Provinz Ituri die ersten Freiwilligen aus dem medizinischen Personal eine Impfung mit Ervebo. Im Rahmen der auf neun bis zwölf Monate angelegten klinischen Studie wollen die Verantwortlichen insgesamt 20.000 Menschen impfen.
Damit soll untersucht werden, ob Ervebo auch gegen jene Variante des Ebola-Virus wirkt, die den aktuellen Ausbruch verursacht.
Wirksamkeit gegen Bundibugyo wird untersucht
Bisher ist nur für den Zaire-Stamm des Ebola-Virus nachgewiesen, dass Ervebo sicher und wirksam ist. Für die derzeit in der Demokratischen Republik Kongo grassierende Bundibugyo-Variante liegt dieser Nachweis nicht vor.
Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen den aktuellen Virus-Stamm soll nun im Rahmen der klinischen Studie untersucht werden. Im Fokus steht zunächst medizinisches Personal, das bei der Versorgung Erkrankter an vorderster Front arbeitet.
„Wir haben jeden Tag Kontakt mit den Kranken, und es ist wichtig, dass wir geschützt sind, damit wir anschließend unsere Patienten schützen können“, sagte die Krankenschwester Annie Banage.
Mehr als 3.600 Todesfälle
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo wurde Mitte Mai offiziell festgestellt. Seither wurden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 7.200 Infektionen und mehr als 3.600 Todesfälle registriert, wie die APA berichtet. Es handelt sich demnach um den schwersten Ebola-Ausbruch in der Geschichte des Landes.
Im Zentrum des Ausbruchs steht die Provinz Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Dort befindet sich auch Bunia, wo das Test-Impfprogramm gestartet wurde.
Deutlicher Anstieg seit früherem PharmaNow-Bericht
PharmaNow berichtete bereits zuvor über den Ebola-Ausbruch. Damals hatte die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union 336 Verdachtsfälle und 88 Todesfälle gemeldet. Acht Infektionen waren zu diesem Zeitpunkt laborbestätigt.
Bereits damals stand die Bundibugyo-Spezies des Ebola-Virus als Auslöser des Ausbruchs fest. Auch Fälle in Uganda gab es zum damaligen Zeitpunkt. Die WHO hatte den Ausbruch zu diesem Zeitpunkt zur „public health emergency of international concern“, einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite, erklärt. Die aktuellen Zahlen zeigen, wie stark sich das Infektionsgeschehen seither ausgeweitet hat.
Ebola wird über Körperflüssigkeiten übertragen
Infizierte Menschen übertragen Ebola durch direkten Kontakt mit ihren Körperflüssigkeiten Die Erkrankung kann unter anderem Fieber, Muskelschmerzen und Durchfall verursachen. Im weiteren Verlauf können innere Blutungen und Organversagen auftreten.
In den vergangenen 50 Jahren sind auf dem afrikanischen Kontinent mehr als 15.000 Menschen an Ebola verstorben. Der aktuelle Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist der schwerste in der Geschichte des Landes.
Die klinische Studie untersucht nun, ob Ervebo auch gegen die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus wirksam ist.




