Start Wissenschaft Wenn Bildschirmarbeit die Augen belastet

Wenn Bildschirmarbeit die Augen belastet

Trockene, brennende Augen, verschwommenes Sehen und Kopfschmerzen können Folgen intensiver Bildschirmarbeit sein. Zum Welttag des Sehens am 8. Oktober macht die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) auf das Computer Vision Syndrom aufmerksam. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Tränenfilm. In der Apotheke sind entsprechende Beschwerden ein Thema in der Beratung.

Ob am Arbeitsplatz oder in der Freizeit: Der Blick auf Computer, Smartphone und Tablet beansprucht die Augen oft über viele Stunden. Die intensive Bildschirmnutzung rückt damit auch das sogenannte Computer Vision Syndrom, auch Digital Eye Strain genannt, in den Mittelpunkt. 

„Unsere Augen sind nicht schlechter geworden als früher, aber unsere Sehgewohnheiten haben sich massiv verändert“, erklärt Prof. Dr. Herbert Reitsamer, Präsident der ÖOG. 

Weniger Blinzeln belastet den Tränenfilm

Eine wesentliche Rolle spielt dabei der Lidschlag. Wer konzentriert auf einen Bildschirm schaut, blinzelt seltener. Zudem sind die Lidschläge häufig unvollständig. Dadurch wird der Tränenfilm schlechter auf der Augenoberfläche verteilt und verdunstet schneller.

Die Folge können trockene, gereizte Augen und vorübergehende Sehstörungen sein. Klimaanlagen, trockene Raumluft und Kontaktlinsen können die Beschwerden zusätzlich verstärken. Betroffene vermuten bei verschwommenem Sehen häufig eine Verschlechterung ihrer Sehkraft. Tatsächlich kann aber auch ein instabiler Tränenfilm dahinterstecken.

Auch nicht erkannte oder falsch korrigierte Fehlsichtigkeiten können Beschwerden bei der Bildschirmarbeit verursachen oder verstärken.

Was bei Bildschirmarbeit helfen kann

Die ÖOG empfiehlt mehrere Maßnahmen, um die Augen bei längerer Bildschirmnutzung zu entlasten. Dazu zählt die 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten soll der Blick für rund 20 Sekunden, ca. 6 Meter (20 Fuß) in die Ferne gerichtet werden. 

Ebenso wichtig ist bewusstes und vollständiges Blinzeln, damit sich der Tränenfilm gleichmäßig auf der Augenoberfläche verteilen kann.

Auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes spielt eine Rolle. Der Bildschirm sollte sich in angenehmem Abstand und etwas unterhalb der Augenhöhe befinden. Gute Beleuchtung und möglichst wenig Spiegelungen können die Belastung zusätzlich reduzieren.

Brillen und Kontaktlinsen sollten regelmäßig augenärztlich überprüft werden. Bei ausgeprägter Trockenheit können außerdem Tränenersatzmittel sinnvoll sein.

Trockene Augen: Beratung in der Apotheke

Trockene, brennende oder müde Augen sind oft ein Thema in der Apothekenberatung. Gerade bei Menschen, die beruflich viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen, lohnt sich ein Blick auf die möglichen Auslöser der Beschwerden.

Eine wichtige Rolle spielen Tränenersatzmittel. Bei der Beratung zu Tränenersatzmitteln können Apothekerinnen und Apotheker sowie PKAs Fragen zur Anwendung von Augentropfen klären und auf begleitende Maßnahmen wie regelmäßige Bildschirmpausen und bewusstes Blinzeln hinweisen.

Bei häufigen oder anhaltenden Beschwerden sowie einer deutlichen Verschlechterung des Sehens ist eine augenärztliche Abklärung erforderlich.

Blaulichtfilterbrillen: Wenig Nutzen bei typischen Beschwerden

Während Tränenfilm und Lidschlag eine wesentliche Rolle spielen, misst die ÖOG dem blauen Licht von Bildschirmen bei den typischen Beschwerden deutlich weniger Bedeutung bei.

„Für die typischen Beschwerden ist nach heutigem Wissensstand nicht das blaue Licht entscheidend“, erklärt Dr. Stefan Palkovits, Mitglied der ÖOG-Kommission Trockenes Auge.

Wichtiger seien die Sehentfernung, die Dauer der Naharbeit, der Lidschlag und die Qualität des Tränenfilms. Von speziellen Blaulichtfilterbrillen sollte man sich daher laut ÖOG wenig erwarten.

Wann die Augen untersucht werden sollten

Müde Augen nach einem langen Arbeitstag sind laut ÖOG meist harmlos. Treten die Beschwerden jedoch häufig oder dauerhaft auf oder verschlechtert sich die Sicht deutlich, sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.

QuelleÖOG

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