Start Wissenschaft Beikost mit Erdnuss kann Risiko für Lebensmittelallergie senken

Beikost mit Erdnuss kann Risiko für Lebensmittelallergie senken

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Die frühe Gabe von erdnusshaltigen Lebensmitteln und anderen möglichen Allergieauslösern im Säuglingsalter kann das Risiko für Nahrungsmittelallergien senken. Das zeigt eine Studie mit über 120.000 Kindern.

Neue US-Daten bestätigen Erfolg der frühen Erdnussgabe

Seit rund zehn Jahren gilt die Empfehlung, potente Allergene wie Erdnüsse, Hühnerei und Kuhmilch bereits frühzeitig und regelmäßig in die Säuglingsbeikost einzubauen. Die Umsetzung der Leitlinien zeigt nun auch in der Praxis eine deutliche präventive Wirkung, wie die „Pharmazeutische Zeitung“ berichtet. 

Eine im Fachjournal „Pediatrics“ publizierte Analyse der Gesundheitsdaten von über 120.000 Kindern belegt, dass die Raten von IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien nach Einführung der US-Leitlinien 2015 und 2017 merkbar zurückgegangen sind. Das betrifft insbesondere die Erdnussallergie.

Deutlicher Rückgang der Allergieraten

Die Forschenden rund um Prof. Dr. Stanislaw Gabryszewski vom Children’s Hospital of Philadelphia analysierten Daten von Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren aus 48 US-Kinderarztpraxen. Die Kinder wurden ein oder zwei Jahre lang beobachtet. Eingeschlossen wurden nur Kinder mit dokumentierter Vorsorgeuntersuchung im ersten Lebensjahr. 

Die Ergebnisse zeigen einen klaren Rückgang der Erkrankungshäufigkeit, nachdem die Leitlinien veröffentlicht wurden:

  • Erdnussallergie: von 0,79% auf 0,45% (entspricht einer Risikoreduktion um 45%)
  • jegliche Nahrungsmittelallergie: von 1,46% auf 0,93% (37% Risikoreduktion)
  • zwei oder mehr Allergien: Rückgang um 29%

Praktische Umsetzung nicht durchgängig

Die Effektstärken fielen in der Praxis allerdings geringer aus als in der klinischen LEAP-Studie (Learning Early About Peanut Allergy), auf der die Leitlinien-Empfehlungen basieren. 

Das führen die Forschenden darauf zurück, dass die Empfehlungen nur teilweise in die Praxis umgesetzt wurden. Denn laut Befragungen wendeten nur etwa 30% der Kinderärzte und 65% der Allergologen die 2017er-Leitlinie vollständig an.

Insgesamt liefert die Studie den bislang stärksten bevölkerungsbasierten Nachweis, dass die Empfehlung zur frühen Gabe häufiger Allergieauslöser tatsächlich die Zahl klinisch diagnostizierter Lebensmittelallergien senken konnte. 

Österreichische Empfehlungen

Mit den Österreichischen Beikostempfehlungen von AGES und Gesundheitsministerium gelten auch hierzulande vergleichbare Leitlinien. Darin heißt es unter anderem: „Eine abwechslungsreiche und vielfältige Ernährung im ersten Lebensjahr, die auch potente Nahrungsmittelallergene wie Fisch, eine begrenzte Menge Kuhmilch (bis zu 200ml pro Tag) und Hühnerei enthält, kann Allergien vorbeugen.“

In Bezug auf Erdnüsse ist man vorsichtiger, insbesondere bei Säuglingen mit atopischer Dermatitis. Diese haben ein erhöhtes Risiko eine Erdnussallergie zu entwickeln. Zur Prävention kann in diesem Fall erwogen werden, den Kindern Erdnussprodukte in altersgerechter Form (z.B. Erdnussmus) mit der Beikost anzubieten, wenn in der Familie regelmäßig Erdnüsse/Erdnussprodukte konsumiert werden. Davor soll aber – insbesondere bei Säuglingen mit moderater bis schwerer atopischer Dermatitis – eine Erdnuss-Allergie ärztlich ausgeschlossen werden. 

Originalpublikation:

Gabryszewski SJ et al. Guidelines for Early Food Introduction and Patterns of Food Allergy. Pediatrics. 2025;156(5):e2024070516. 20 October 2025.

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