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Experten fordern mehr Prävention durch Ernährung und Bewegung

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Ein internationales Konsortium unter österreichischer Leitung hat zwei Konsensberichte veröffentlicht, die Ernährung und Bewegung stärker in Prävention, Gesundheitsversorgung und Bildung verankern sollen. Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter formulieren 101 evidenzbasierte Empfehlungen sowie einen politischen 10-Punkte-Fahrplan. Ziel ist es, nichtübertragbare Erkrankungen langfristig einzudämmen und Gesundheitssysteme zu entlasten.

Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Nach Angaben der Autorinnen und Autoren verursachen sie rund 75 Prozent aller Todesfälle weltweit, in Europa etwa 90 Prozent und in Österreich 92 Prozent. Gleichzeitig steigen die Gesundheitsausgaben trotz medizinischer Fortschritte kontinuierlich an.

Vor diesem Hintergrund hat ein internationales Konsortium mit 64 Wissenschafterinnen und Wissenschaftern aus 31 Nationen Empfehlungen erarbeitet, wie Prävention künftig stärker im Gesundheitswesen, im Bildungssystem und in politischen Entscheidungen berücksichtigt werden kann. Die Ergebnisse wurden in den Fachzeitschriften Frontiers in Nutrition und Frontiers in Public Health veröffentlicht.

HEAL als gemeinsamer Präventionsansatz

Im Mittelpunkt steht das Konzept Healthy Eating & Active Living (HEAL). Darunter verstehen die Autorinnen und Autoren eine vollwertige, überwiegend pflanzliche Ernährung in Kombination mit regelmäßiger körperlicher Aktivität und einem aktiven Lebensstil.

Laut den beiden Publikationen sprechen die verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse dafür, diesen Ansatz als Mindeststandard in Prävention und Gesundheitsförderung zu etablieren. Dadurch sollen chronische Erkrankungen reduziert, gesunde Lebensjahre verlängert und Gesundheitssysteme langfristig entlastet werden.

Den beiden Publikationen ging ein internationaler Konsensprozess mit 284 Expertinnen und Experten voraus.

Prävention soll früher ansetzen

Nach Ansicht der Autorinnen und Autoren müsse Prävention deutlich früher beginnen und systematischer umgesetzt werden. Neben gesundheitsförderlichen Lebenswelten und Verpflegungsangeboten sei insbesondere die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung entscheidend.

„Nachhaltige Gesundheit lässt sich nicht verordnen – sie muss täglich gelebt werden. Deshalb ist die Verankerung von HEAL auf allen Bildungsebenen die gesundheitspolitische Priorität unserer Generation“, sagt Studienkoordinatorin Prof. Dr. Katharina Wirnitzer von der Pädagogischen Hochschule Tirol, der Universität Innsbruck und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die Expertengruppe empfiehlt daher, Gesundheitskompetenz verbindlich in Schulen sowie in der Ausbildung von Lehr- und Gesundheitsberufen zu verankern.

Auch Dr. Manuel Schätzer von SIPCAN verweist auf die Bedeutung entsprechender Rahmenbedingungen: „Gesundheitskompetenz entsteht nicht zufällig. Wenn wir Ernährung und Bewegung im Bildungssystem und Alltag verankern und gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen schaffen, leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung.“

Zwei Konsensberichte mit Empfehlungen für Politik und Gesundheitswesen

Der erste Beitrag in Frontiers in Nutrition fasst 101 evidenzbasierte Konsensstatements sowie Forschungsprioritäten zusammen. Die Publikation bewertet die wissenschaftliche Evidenz der einzelnen Empfehlungen und beschreibt Ansatzpunkte für Prävention und Gesundheitsförderung.

Die zweite Publikation in Frontiers in Public Health ergänzt diese Ergebnisse um einen 10-Punkte-Fahrplan für politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger. Ziel ist es, gesundheitsfördernde Maßnahmen ressortübergreifend in politischen Entscheidungen zu berücksichtigen.

Mit den beiden Publikationen legen die Autorinnen und Autoren nach eigenen Angaben eine wissenschaftliche Grundlage vor, um Prävention durch Ernährung und Bewegung künftig stärker in Gesundheitswesen, Bildung und Politik zu verankern.

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