Eine Wiener Studie zeigt: Die Lebensqualität steigt nach einer koronaren Bypass-Operation bei Männern und Frauen ähnlich stark. Frauen profitieren allerdings zeitlich verzögert und berichten zunächst über eine höhere psychische Belastung.
Eine koronare Bypass-Operation verbessert die Lebensqualität von Männern und Frauen in vergleichbarem Ausmaß. Das zeigt eine aktuelle Studie der MedUni Wien und des AKH Wien, die gemeinsam mit deutschen Herzchirurgie-Zentren durchgeführt wurde. Unterschiede zeigten sich jedoch beim zeitlichen Verlauf der Erholung. Frauen profitierten langsamer von dem Eingriff.
Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „JTCVS Open“ veröffentlicht. Untersucht wurden geschlechtsspezifische Unterschiede nach isolierten koronaren Bypass-Operationen (CABG).
Analyse von mehr als 2.400 Patientinnen und Patienten
Für die Studie analysierten die Wissenschafterinnen und Wissenschafter Daten von 2.465 Patientinnen und Patienten aus einem europäischen Register aus den Jahren 2019 bis 2026. Darunter befanden sich 432 Frauen. Die männlichen Patienten waren im Durchschnitt 68 Jahre alt, die Frauen 72 Jahre. Rund ein Viertel der Betroffenen hatte bereits einen Herzinfarkt erlitten. Etwa 75 Prozent der Eingriffe waren geplante Operationen. Bei rund 80 Prozent lagen Verengungen an drei Koronararterien vor.
Bypass-Operationen kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn Katheterinterventionen nicht möglich sind. Dabei werden neue Gefäßverbindungen geschaffen, um verengte Herzkranzgefäße zu umgehen.
Frauen starten mit geringerer Lebensqualität
Zu Beginn der Studie bewerteten Frauen ihre Lebensqualität niedriger als Männer. Auf einer Skala bis 1 (beste Lebensqualität) lag der Ausgangswert bei Frauen bei 0,75, bei Männern bei 0,82.
Die Nachuntersuchungen erfolgten nach einem Monat, nach einem Jahr sowie anschließend jährlich über einen Zeitraum von bis zu vier Jahren. Dabei zeigte sich, dass Männer bereits nach einem Monat den größten Zugewinn an Lebensqualität verzeichneten. Frauen erreichten ihre stärkste Verbesserung hingegen erst nach einem Jahr.
Langfristig vergleichbare Ergebnisse
Die Forschenden rund um Dr. Alissa Florian von der Klinischen Abteilung für Herz- und Thoraxchirurgie der MedUni Wien kamen zu dem Ergebnis, dass sich das Ausmaß der Verbesserung der Lebensqualität zwischen Frauen und Männern statistisch nicht signifikant unterschied. Zwar verlief die Genesung bei Frauen langsamer und war in der frühen Phase nach dem Eingriff mit einer höheren psychischen Belastung verbunden, langfristig erreichten sie jedoch vergleichbare Verbesserungen der Lebensqualität wie Männer.
Die Studienautorinnen und Studienautoren sehen damit keine Hinweise darauf, dass Frauen weniger stark von Bypass-Operationen profitieren als Männer.
Fokus auf langfristige Lebensqualität
Die Untersuchung liefert laut den Forschenden wichtige Hinweise für die Nachbetreuung von Patientinnen nach herzchirurgischen Eingriffen. Gerade die erste Phase nach der Operation könnte bei Frauen intensivere




