Start Wissenschaft World Brain Day 2026: ÖGN fordert mehr Fokus auf Gehirngesundheit

World Brain Day 2026: ÖGN fordert mehr Fokus auf Gehirngesundheit

Werbung

Neurologische Erkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten Ursachen für Krankheit und Behinderung. Anlässlich des World Brain Day am 22. Juli rückt die World Federation of Neurology (WFN) jedes Jahr die Bedeutung der Gehirngesundheit in den Mittelpunkt. Die Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) nimmt den Aktionstag zum Anlass, auf die wachsenden Herausforderungen durch neurologische Erkrankungen aufmerksam zu machen und fordert verstärkte Maßnahmen in Prävention und Versorgung.

Der World Brain Day (Welttag des Gehirns) wurde von der World Federation of Neurology (WFN) ins Leben gerufen und findet jährlich am 22. Juli statt. Ziel des internationalen Aktionstags ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung der Gehirngesundheit zu stärken und die Versorgung von Menschen mit neurologischen Erkrankungen weltweit zu verbessern. Das diesjährige Motto lautet „Brain Health: Access for All“ (Gehirngesundheit: Zugang für alle).

Alternde Bevölkerung erhöht den Versorgungsbedarf

Nach Angaben der ÖGN sind weltweit mehr als 3,4 Milliarden Menschen von neurologischen Erkrankungen betroffen. Zu dieser Krankheitsgruppe zählen u.a. Schlaganfall, Demenz, Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose und Migräne. In Österreich lebt den Angaben zufolge bereits schätzungsweise fast jede zweite Person mit einer neurologischen Erkrankung.

Mit dem demografischen Wandel dürfte die Zahl neurologischer Erkrankungen in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen. Internationale Prognosen gehen bis 2050 von einer deutlichen Zunahme aus. Besonders betroffen sind demnach Demenz und Parkinson sowie gesundheitliche Folgen von Schlaganfällen. Auch Neuropathien werden voraussichtlich deutlich häufiger auftreten. Nach Angaben der ÖGN könnte etwa ein Drittel dieser Erkrankungen auf diabetische Neuropathien entfallen. Diese wären durch eine wirksame Diabetesprävention teilweise vermeidbar. 

„Gehirngesundheit muss zur gesundheitspolitischen Priorität werden. Angesichts der steigenden Zahlen auch in Österreich braucht es dringend entsprechende Maßnahmen. Investitionen in die Gehirngesundheit sind Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft“, erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Julia Ferrari, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie sowie Leiterin der Abteilung für Neurologie, Neurologische Rehabilitation und Akutgeriatrie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien.

Zugang zur neurologischen Versorgung ausbauen

Nach Angaben der ÖGN verfügt Österreich über eine hochwertige neurologische Versorgung. Als wichtige Fortschritte nennt die Fachgesellschaft den Ausbau zertifizierter Stroke Units, spezialisierter Zentren für Parkinson, Multiple Sklerose, Epilepsie und neuromuskuläre Erkrankungen sowie die Einführung innovativer Therapien.

Gleichzeitig sieht die ÖGN regionale Unterschiede beim Zugang zu spezialisierten Angeboten – insbesondere in der neurologischen Rehabilitation und im ambulanten Bereich. Um den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu begegnen, fordert die Fachgesellschaft weitere Investitionen in die neurologische Rehabilitation, die Versorgungsforschung sowie den Ausbau regionaler Versorgungsstrukturen unter Einbeziehung der Neurologie.

Prävention gewinnt an Bedeutung

Nach Einschätzung der ÖGN kann ein erheblicher Anteil neurologischer Erkrankungen durch gezielte Prävention positiv beeinflusst oder teilweise verhindert werden. Die Fachgesellschaft empfiehlt daher regelmäßige körperliche Bewegung, die Kontrolle von Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker, Nichtrauchen, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf sowie geistige Aktivität und lebenslanges Lernen.

Darüber hinaus spricht sich die ÖGN dafür aus, die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung weiter zu stärken. Gehirngesundheit sei eine wichtige Voraussetzung für Lebensqualität, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.

Neue Artikel

Erste Hilfe bei Harnwegsinfektionen: Cranberry aus der Familie der Ericaceae

Pflanzen derselben Familie weisen häufig ähnliche Merkmale und Inhaltsstoffe auf – ein wichtiger Ansatz für die Phytotherapie. Am Beispiel...

Heilmittelreport 2026: Ausgaben für Medikamente steigen deutlich

Die Ausgaben der österreichischen Sozialversicherung für Heilmittel sind 2025 erneut deutlich gestiegen. Laut dem Heilmittelreport 2026 des Dachverbands der...

Suchtexperte warnt vor den Folgen von Sportwetten

Ein Suchtexperte warnt vor den gesundheitlichen, finanziellen und sozialen Folgen von Sportwetten. Während sportlicher Großereignisse suchen deutlich mehr Menschen...

Experten fordern mehr Prävention durch Ernährung und Bewegung

Ein internationales Konsortium unter österreichischer Leitung hat zwei Konsensberichte veröffentlicht, die Ernährung und Bewegung stärker in Prävention, Gesundheitsversorgung und...

 Weitere Artikel

Erste Hilfe bei Harnwegsinfektionen: Cranberry aus der Familie der Ericaceae

Pflanzen derselben Familie weisen häufig ähnliche Merkmale und Inhaltsstoffe auf – ein wichtiger Ansatz für die Phytotherapie. Am Beispiel...

Heilmittelreport 2026: Ausgaben für Medikamente steigen deutlich

Die Ausgaben der österreichischen Sozialversicherung für Heilmittel sind 2025 erneut deutlich gestiegen. Laut dem Heilmittelreport 2026 des Dachverbands der...

Suchtexperte warnt vor den Folgen von Sportwetten

Ein Suchtexperte warnt vor den gesundheitlichen, finanziellen und sozialen Folgen von Sportwetten. Während sportlicher Großereignisse suchen deutlich mehr Menschen...