Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit warnt vor dem rohen Verzehr von Cocktailtomaten aus zwei Regionen Siziliens. Die Produkte stehen im Zusammenhang mit einem europaweiten Ausbruch von Salmonella Strathcona. In Österreich wurden seit Ende Juli 2026 insgesamt 29 Erkrankungsfälle registriert. Sieben Betroffene mussten im Krankenhaus behandelt werden.
Die Warnung betrifft Cocktailtomaten aus Ragusa und Caltanissetta in Sizilien. Nach Angaben der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sollen diese Tomaten nicht roh verzehrt, sondern zuvor gründlich erhitzt werden. Das Waschen allein reicht als Schutzmaßnahme nicht aus, da Salmonellen unter bestimmten Bedingungen auch in das Innere der Früchte eindringen können.
Seit Juli 2026 wurden in zehn europäischen Ländern mehr als 160 Infektionen mit Salmonella Strathcona bestätigt. Bei über 100 weiteren Verdachtsfällen steht die molekulare Bestätigung noch aus.
Sieben Krankenhausaufenthalte in Österreich
Von den 29 seit Ende Juli in Österreich erfassten Fällen sind 21 mikrobiologisch bestätigt. Acht weitere gelten als wahrscheinliche Ausbruchsfälle. Sieben Erkrankte mussten stationär behandelt werden.
Die meisten Fälle wurden aus Oberösterreich (7), Wien (6) und Salzburg (6) gemeldet. Das Alter der Betroffenen reicht von zehn Monaten bis 79 Jahren. Sechs Personen haben sich vermutlich im Ausland infiziert, fünf davon in Italien und eine in Kroatien.
Erste Befragungen der Erkrankten deuten erneut auf einen Zusammenhang mit Italienaufenthalten und dem Verzehr von Tomaten hin.
Ausbruchsstamm bereits 2025 nachgewiesen
Die Infektionen sind Teil eines seit mehreren Jahren wiederkehrenden Ausbruchsgeschehens. Seit Jänner 2023 wurden in mehr als 17 europäischen Ländern über 800 bestätigte Fälle registriert. Außerhalb dieser Ausbrüche wird der Serotyp Salmonella Strathcona nur selten nachgewiesen.
Ende 2025 identifizierte die AGES den betreffenden Bakterienstamm sowohl in Bio-Cherrytomaten aus Sizilien als auch im Bewässerungswasser eines dortigen Tomatenproduzenten. Genetische Untersuchungen zeigen eine enge Verwandtschaft zwischen den aktuellen Erregern und jenen der Vorjahre. Dies deutet auf eine länger bestehende gemeinsame Kontaminationsquelle hin.
Nach Einschätzung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sind weitere Infektionen möglich, solange belastete Tomaten auf den Markt gelangen. Ohne Klärung der Kontaminationsursache und wirksame Gegenmaßnahmen könnten auch in den kommenden Jahren Ausbrüche auftreten.
Salmonellen: Übertragung und Symptome
Salmonellen sind Bakterien, die vor allem über kontaminierte Lebensmittel übertragen werden. In Österreich zählen sie nach Campylobacter zu den häufigsten gemeldeten bakteriellen Erregern lebensmittelbedingter Erkrankungen. Häufige Infektionsquellen sind Eier, Geflügel, Fleisch und nicht ausreichend erhitzte Lebensmittel.
Eine Salmonellose kann Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Fieber verursachen. Die Beschwerden beginnen meist innerhalb von sechs bis 72 Stunden nach der Infektion und klingen häufig nach wenigen Tagen ab. Besonders bei älteren Menschen kann der Flüssigkeitsverlust zu schweren Kreislaufproblemen führen.
Salmonellen können sich bei unsachgemäßer Lagerung in Lebensmitteln vermehren. Einfrieren tötet die Bakterien nicht ab. Ausreichendes Erhitzen ist daher eine wichtige Maßnahme, um Infektionen zu verhindern.
Die AGES fordert Verbraucherinnen und Verbraucher auf, betroffene Cocktailtomaten aus Ragusa und Caltanissetta ausschließlich gründlich durcherhitzt zu verzehren.




