Das Telemedizin-Pilotprojekt „doc@Apo“ wird seit Ende September auch in Salzburg umgesetzt. In zwölf Apotheken können Patientinnen und Patienten zu Randzeiten kostenlos eine Ärztin oder einen Arzt per Video konsultieren. Das Angebot soll die medizinische Versorgung ergänzen, unnötige Wege vermeiden und Spitalsambulanzen entlasten.
Seit 25. September wird das bereits aus Wien und Oberösterreich bekannte Telemedizin-Modell „doc@Apo“ auch in Salzburg erprobt. Wie PharmaNow bereits ausführlich berichtete, hatte die Österreichische Apothekerkammer zuvor eine positive Bilanz des ersten Pilotprojekts gezogen. Nun steht die praktische Umsetzung in Salzburg im Mittelpunkt.
In zwölf Apotheken können Patientinnen und Patienten nun auch in Salzburg freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 8 bis 12 Uhr eine ärztliche Videokonsultation in Anspruch nehmen. Das Angebot ist kostenlos und ohne Terminvereinbarung zugänglich.
„Niemand soll unversorgt die Apotheke verlassen“, betont Mag.pharm. Margarete Olesko, Präsidentin der Salzburger Apothekerkammer. Das Angebot soll insbesondere Menschen mit längeren Anfahrtswegen und Berufstätigen zugutekommen.
Ärztliche Beratung direkt in der Apotheke
Bei akuten Beschwerden prüft das Apothekenteam zunächst, ob eine telemedizinische Abklärung geeignet ist. Nach einer kurzen Registrierung beginnt das ärztliche Videogespräch laut Apothekerkammer in der Regel innerhalb von 15 Minuten.
Die Konsultation findet vertraulich in einem separaten Raum statt. Bei Bedarf kann das Apothekenteam zusätzliche Untersuchungen wie Blutdruckmessungen oder Grippe-Schnelltests durchführen. Ein ausgestelltes e-Rezept kann unmittelbar in der Apotheke eingelöst werden.
Ärztekammer hinterfragt zusätzlichen Bedarf
Die Salzburger Ärztekammer sieht das Projekt kritisch. Wie ORF Salzburg berichtet, verweist Dr. Christoph Fürthauer, Sprecher der niedergelassenen Ärzte in Salzburg, auf den bestehenden flächendeckenden Hausärzte-Bereitschaftsdienst. Dieser verfüge auch an stark frequentierten Tagen über ausreichende Kapazitäten. Fürthauer stellt daher die Notwendigkeit einer zusätzlichen Versorgungsstruktur infrage und spricht sich gegen deren dauerhafte Finanzierung aus.
Die Salzburger Apothekerkammer betont hingegen, dass „doc@Apo“ die ärztliche Versorgung ergänzen soll. Die Diagnose bleibe ausschließlich Aufgabe der Ärztinnen und Ärzte. Die Apotheken stellen Räumlichkeiten, technische Infrastruktur und pharmazeutische Betreuung bereit.
Evaluierung bis Anfang 2027
Das Land Salzburg fördert das Pilotprojekt über den Digitalisierungsoffensive-Fonds. Umgesetzt wird es von der Salzburger Apothekerkammer gemeinsam mit UNIQA Health Services und Mavie Next. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Institut für Pharmazie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU).
Das Projekt läuft bis Anfang 2027. Eine Übersicht der teilnehmenden Apotheken ist unter sicherversorgt.at/docapo verfügbar.




