Salbeiextrakt könnte als therapiebegleitende Nahrungsergänzung für PCOS-Patientinnen hilfreich sein. Darauf weist eine Studie mit 70 Teilnehmerinnen hin.
In einer iranischen Studie nahmen 70 Teilnehmerinnen acht Wochen lang täglich Salbeiextrakt ein. Triglyzerid-Spiegel und antioxidative Parameter waren danach, im Vergleich zur Placebogruppe, signifikant verbessert. Demnach könnte Salbeiextrakt eine ergänzende Therapiemaßnahme für PCOS-Patientinnen darstellen, so die Autoren.
Bei PCOS ist der Lipidstoffwechsel beeinträchtigt
PCOS ist eine vielschichtige endokrine Erkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Sie geht mit hormonellen Störungen und metabolischen Komplikationen wie Ovarialfunktionsstörungen, Unfruchtbarkeit, metabolischem Syndrom, Dyslipidämie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher.
Salbei (Salvia officinalis) ist für seine antihyperlipidämischen, stoffwechselregulierenden und antioxidativen Eigenschaften bei Diabetes und Hyperlipidämie bekannt. Eine kürzlich im Fachjournal „BMC Complementary Medicine and Therapies“ erschienene Studie untersuchte seine Auswirkungen auf Lipid- und oxidative Stressmarker (OS) bei Patientinnen mit PCOS.
8 Wochen lang 330mg Salbeiextrakt
Die randomisierte kontrollierte Studie wurde in gynäkologischen Kliniken der Iran University of Medical Sciences durchgeführt. 70 Frauen im Alter von 15 bis 40 Jahren mit neu diagnostiziertem PCOS nahmen teil und wurden in zwei Gruppen (je 35 Probandinnen) randomisiert.
Die Teilnehmerinnen erhielten für acht Wochen täglich entweder Kapseln mit 330mg eines Salbei-Extraktes oder ein Placebo. Zu Studienbeginn und nach acht Wochen bestimmten die Wissenschafter Marker für das Lipidprofil (Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyceride) sowie für oxidativen Stress (Malondialdehyd (MDA), totaler antioxidativer Status (TAS)).
Triglyceridwerte und antioxidativer Status verbesserten sich
In der Salbei-Gruppe waren nach acht Wochen die Triglycerid- und MDA-Spiegel im Vergleich zur Placebo-Gruppe signifikant verringert. In einer weiteren Analyse unter Berücksichtigung von Alter und BMI der Patientinnen ergaben sich zusätzlich signifikante Effekte auf HDL-Cholesterin, das Triglycerid-/HDL-Verhältnis sowie ein Trend zu höherem totalen antioxidativen Status.
„Zusammenfassend trägt diese Studie zu den wachsenden Erkenntnissen bei, dass sich S. officinalis positiv auf Lipidprofile und OS-Marker auswirkt und somit eine vielversprechende natürliche Intervention zur Prävention und Behandlung von Stoffwechselstörungen im Zusammenhang mit PCOS darstellt“, schreiben die Autoren in ihrem Fazit. Sie empfehlen weitere Studien mit größeren Stichproben, die u.a. verschiedene Dosierungen und Darreichungsformen sowie hormonelle Analysen einschließen.
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