Von der Zahnzahl über die Zungenkraft bis zur Kaufunktion: Verschiedene Merkmale der Mundgesundheit stehen mit Gebrechlichkeit im Alter in Zusammenhang. Das zeigt eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse von 28 Studien. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Mundgesundheit für gesundes Altern.
Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse hat den Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und Gebrechlichkeit bei älteren Menschen untersucht. Dabei betrachtete das Forschungsteam nicht nur die Zahl der vorhandenen Zähne, sondern auch funktionelle Merkmale wie Zungenkraft, Beißkraft und die Fähigkeit, Nahrung im Mund zu mischen und zu zerkleinern.
Für die Untersuchung wurden PubMed, Embase, die Cochrane Library und Web of Science nach relevanten Studien durchsucht, die bis zum 1. Juli 2024 veröffentlicht worden waren. Insgesamt flossen 28 Studien in die Auswertung ein.
Weniger Zähne mit Gebrechlichkeit assoziiert
Die Ergebnisse zeigen bei mehreren Merkmalen der Mundgesundheit einen Zusammenhang mit Gebrechlichkeit. Dazu zählt die Anzahl der vorhandenen Zähne. Eine geringere Zahnzahl war mit Gebrechlichkeit assoziiert. Auch bei einem funktionalen Gebiss mit mindestens 21 Zähnen zeigte sich ein Zusammenhang.
Tägliches Zähneputzen war mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Gebrechlichkeit verbunden. Die Ergebnisse weisen damit auf Zusammenhänge zwischen zahnbezogenen Merkmalen, Mundhygiene und Gebrechlichkeit hin. Ob diese Faktoren die Entstehung von Gebrechlichkeit tatsächlich beeinflussen, lässt sich aus der Metaanalyse jedoch nicht ableiten.
Zungenkraft und Beißkraft untersucht
Neben den Zähnen untersuchte die Metaanalyse verschiedene funktionelle Merkmale der Mundgesundheit. Eine verringerte Zungenkraft und eine reduzierte Beißkraft waren mit Gebrechlichkeit assoziiert.
Ein Zusammenhang zeigte sich außerdem bei eingeschränkten schnellen Zungenbewegungen. Auch eine schlechte Fähigkeit, Nahrung im Mund zu mischen und zu zerkleinern, war mit Gebrechlichkeit verbunden.
Nicht bei allen untersuchten Merkmalen fanden sich statistisch signifikante Zusammenhänge. Für Mundfeuchtigkeit, Mundtrockenheit und die gesondert untersuchte Kaufunktion zeigte die Metaanalyse keine signifikante Assoziation mit Gebrechlichkeit.
Mundgesundheit als Faktor für gesundes Altern
Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl strukturelle als auch funktionelle Merkmale der Mundgesundheit mit Gebrechlichkeit im Alter zusammenhängen. Nach Ansicht der Studienautorinnen und -autoren sollte die Mundgesundheit deshalb im Zusammenhang mit gesundem Altern und der Lebensqualität älterer Menschen berücksichtigt werden.
Die Ergebnisse erlauben allerdings keine Aussage über Ursache und Wirkung. Der Großteil der eingeschlossenen Untersuchungen waren Querschnittsstudien. Weitere hochwertige Langzeitstudien sind daher notwendig, um die Zusammenhänge zwischen Mundgesundheit und Gebrechlichkeit genauer zu untersuchen.




