Die Mittelmeerkost verbesserte in einer randomisierten, kontrollierten Studie die Krankheitsaktivität bei Psoriasis-Patienten. In der Apothekenberatung kann das als ergänzende Behandlungsstrategie berücksichtigt werden.
Psoriasis und Ernährung – erstmals klinisch belegt
Die mediterrane Ernährung ist für ihre entzündungshemmenden und kardiometabolischen Vorteile bekannt, die auch für die Pathophysiologie der Psoriasis (Schuppenflechte) relevant sein könnten. Doch trotz des wachsenden Interesses an der Rolle der Ernährung bei der Prävention und Behandlung von Psoriasis fehlten bislang randomisierte klinische Studien.
Eine solche hat nun erstmals belegt, dass die Mittelmeerkost die Krankheitsaktivität bei Psoriasis signifikant senken kann. Die MEDIPSO-Studie, durchgeführt an der dermatologischen Universitätsklinik in Madrid, wurde Ende September im Fachmagazin „JAMA Dermatology“ veröffentlicht.
Mediterrane Ernährung mit diätologischer Beratung
Teilgenommen haben 38 Erwachsene mit milder bis moderater Psoriasis unter stabiler topischer Therapie.
- Die Interventionsgruppe erhielt über 16 Wochen eine von Diätologinnen und Diätologen begleitete Mittelmeerdiät – inklusive Ernährungsberatung Informationsmaterialien und Bereitstellung von nativem Olivenöl extra.
- Die Kontrollgruppe erhielt standardisierte Empfehlungen für eine fettarme Ernährung ohne Ernährungsberatung.
Klinisch relevante Verbesserung
Der primäre Endpunkt war die Veränderung des sogenannten PASI-Wertes vom Ausgangspunkt bis zur 16. Woche. PASI (Psoriasis Area and Severity Index) ist das am häufigsten eingesetzte Verfahren zur klinischen Beurteilung einer Psoriasis.
Nach 16 Wochen sank der durchschnittliche PASI-Wert der Interventionsgruppe um 3,4 Punkte, während man in der Kontrollgruppe keine Veränderung beobachtete. Fast die Hälfte der Teilnehmenden (47%) erreichte eine PASI-75-Response, was therapeutisch einer Verbesserung der Symptome um 75% und damit einem signifikanten Behandlungserfolg entspricht. In der Kontrollgruppe dagegen erreichte das niemand.
Auch Stoffwechsel, Schlaf und Lebensqualität besser
Nicht nur die Haut verbesserte sich unter der Mittelmeerkost signifikant, sondern auch HbA1c-Werte, Schlafqualität, Lebensqualität und Angstsymptome.
Interessant war, dass die Effekte unabhängig von einer Kalorienrestriktion oder signifikantem Gewichtsverlust auftraten. Dies ist ein Hinweis auf spezifische antiinflammatorische Wirkmechanismen der Diät.
Für die Beratung an der Tara ergibt sich daraus die Chance, Psoriasis-Patienten nicht nur über Medikamente, sondern auch über wirksame, wissenschaftlich geprüfte Lebensstilmaßnahmen aufzuklären und Fehlinformationen zu korrigieren.
Instagram voller Falschinfos zu Psoriasis und Ernährung
Eine Quelle für solche Falschmeldungen sind soziale Medien. Am Beispiel Psoriasis zeigte das eine Analyse von 138 Instagram-Posts unter populären Psoriasis-Hashtags, kürzlich in der Fachzeitschrift „Journal of Human Nutrition and Dietetics“ veröffentlicht. Die wichtigsten Ergebnisse:
- Praktisch alle Beiträge (99%) waren „von minderer Qualität“
- Kein einziger Beitrag stammte von qualifizierten Ernährungsfachleuten, nur knapp 7% haben medizinische Fachkräften verfasst.
- Die häufigste Art der Empfehlung war der Verzicht – am häufigsten auf Alkohol und Milchprodukte, auch „Entgiftung“, „Clean Eating“ und beispielsweise eine glutenfreie Diät kamen vor.
Die Autorinnen und Autoren weisen deshalb darauf hin, wie wichtig es sei, Menschen mit Psoriasis durch abgesicherte Ernährungsinformationen zu unterstützen, um Fehlinformationen und unnötigem Verzicht entgegenzuwirken.
Originalpublikationen:




