Start Wissenschaft Höheres Parkinson-Risiko bei unbehandelter Schlafapnoe

Höheres Parkinson-Risiko bei unbehandelter Schlafapnoe

Obstruktive Schlafapnoe erhöht laut einer großen US-Studie das Risiko für Morbus Parkinson. Eine frühzeitige CPAP-Therapie könnte vorbeugen.

Zusammenhang zwischen Schlaf und neurodegenerativen Erkrankungen

Eine aktuelle Analyse von über 11 Millionen US-Veteranen zeigt, dass Personen mit obstruktiver Schlafapnoe häufiger an Morbus Parkinson erkranken. Frühzeitige Behandlungsmaßnahmen, wie die CPAP-Therapie, senkten das Risiko signifikant. Die CPAP-Therapie ist eine Methode zur Unterstützung der Atmung, bei der ein Gerät nachts einen leichten, konstanten Druck in die Atemwege leitet, um Atemaussetzer zu verhindern. 

Was ist Morbus Parkinson?

Morbus Parkinson ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, bei der bestimmte Nervenzellen im Gehirn nach und nach absterben. Der entstehende Mangel an wichtigen Botenstoffen führt zu Bewegungsstörungen, Zittern, Muskelsteifigkeit und verlangsamten Bewegungen. Darüber hinaus können auch Schlaf, Stimmung und Denkprozesse beeinträchtigt sein.

Die Erkrankung tritt meist im höheren Lebensalter auf und ist derzeit nicht heilbar, jedoch gut behandelbar. In Österreich sind rund 20.000 Menschen betroffen.

Was ist eine obstruktive Schlafapnoe?

Bei der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) kommt es während des Schlafs wiederholt zu Atemstillständen oder Minderbelüftung der Lunge. Diese Störungen führen nicht nur zu einer schlechten Schlafqualität, sondern auch zu Tagesmüdigkeit, Konzentrationsproblemen und einem erhöhten Risiko für Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und kardiovaskuläre Leiden.

Die Betroffenen bemerken die Atemaussetzer häufig nicht selbst. Ein wichtiger Baustein in der Behandlung ist die CPAP-Therapie. 

Studiendaten von über 11 Millionen Personen

US-Wissenschafter analysierten Gesundheitsdaten von über 11 Millionen Veteranen zwischen 1999 und 2022. Die Teilnehmer waren im Schnitt 60,5 Jahre alt, knapp 10 Prozent waren Frauen.

13,7 Prozent der Personen litten an obstruktiver Schlafapnoe. Innerhalb von 6 Jahren nach der Diagnose kam es bei ihnen zu 1,61 zusätzlichen Parkinson-Fällen pro 1.000 Personen, ein signifikanter Anstieg. Besonders bei Frauen war der Zusammenhang ausgeprägt. Die Daten wurden für relevante Einflussfaktoren wie BMI, kardiovaskuläre und psychiatrische Vorerkrankungen sowie Medikation adjustiert.

Frühzeitige CPAP-Therapie als präventive Maßnahme

Die Auswertung zeigte, dass eine frühzeitige CPAP-Therapie das Risiko für Parkinson deutlich senken konnte. Damit könnte die Behandlung der Schlafapnoe auch eine neuroprotektive Wirkung haben – insbesondere im Hinblick auf degenerative Erkrankungen wie Parkinson.

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