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Kältewelle in Österreich: Helfen statt wegschauen

Das Rote Kreuz warnt angesichts eisiger Temperaturen vor Gesundheitsgefahren. Besonders gefährdet sind obdachlose Menschen. Mit dem Kältetelefon, Wärmestuben und sozialer Begleitung bieten Hilfsorganisationen konkrete Unterstützung – aber auch die Zivilbevölkerung ist gefordert.

Schutz in der Kälte

Die momentane Kältewelle mit Temperaturen bis zu minus 20 Grad stellt eine ernste Gefahr für die Gesundheit dar – das betont Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes. Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kranke und obdachlose Personen. Diese leiden besonders unter der Kälte. 

„Extreme Kälte darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie ist eine Gefahr für die Gesundheit und sogar für das Leben, wenn man sich nicht rechtzeitig aufwärmen kann“, warnt Schreiber.

Kältetelefon: Rasche Hilfe für Menschen auf der Straße

Von November bis April steht in vielen Regionen Österreichs das Kältetelefon zur Verfügung. Wer etwa eine obdachlose Person in der Kälte bemerkt – beispielsweise schlafend auf einer Parkbank – sollte nicht zögern, dort anzurufen. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter kümmern sich umgehend um die betroffene Person. Sie bringen Schlafsäcke, bieten sofortige Unterstützung oder organisieren die Unterbringung in einer Notschlafstelle.

Wärmestuben: Zuflucht für Bedürftige

Neben dem Kältetelefon bieten zahlreiche Hilfsorganisationen, Pfarren und Sozialeinrichtungen sogenannte Wärmestuben an. Diese stehen wohnungslosen Menschen und auch jenen offen, die sich das Heizen nicht leisten können. Gerade bei langanhaltender Kälte sind diese Einrichtungen lebensrettend.

 Deren Angebote umfassen:

  • Aufwärmmöglichkeit in beheizten Räumen
  • Warme Mahlzeiten und Getränke
  • Kleidungsausgabe
  • Soziale Beratung und Begleitung

Kälte-Tipps für den Selbstschutz

Für den persönlichen Schutz ist es ratsam, aktuelle Wetterberichte im Blick zu behalten und Überanstrengungen im Freien möglichst zu vermeiden, wenn die Temperaturen sinken. Cremen Sie unbedeckte Körperstellen mit einer Fettcreme ein, um sie vor Kälte zu schützen. Halten Sie Hände, Füße und den Kopf warm – über die Extremitäten verliert der Körper am meisten Wärme.

Wichtig ist auch, rechtzeitig für ausreichend Heizmaterial zu sorgen und auf eine ausgewogene Ernährung sowie genügend Flüssigkeitszufuhr zu achten. Anzeichen wie Zittern, Benommenheit oder Gedächtnisverlust können auf eine beginnende Unterkühlung hinweisen – dann sollte rasch ein beheizter Raum aufgesucht werden. 

Durch die eisigen Temperaturen kann es aufgrund von Glätte auch zu einem Sturz kommen. Rasche Erste Hilfe ist hier entscheidend – bei Bedarf sollte umgehend die Notrufnummer 144 gewählt werden.

Nicht wegsehen – hinschauen kann Leben retten

In Zeiten extremer Kälte ist es entscheidend, aufmerksam zu bleiben. Wer bemerkt, dass ein Mensch ungeschützt der Witterung ausgesetzt ist, sollte nicht tatenlos bleiben. Rasches Handeln – etwa durch das Informieren von Hilfseinrichtungen oder das Wählen eines Notrufs – kann entscheidend sein, um gefährdete Personen vor gesundheitlichen Schäden zu bewahren.


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