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Heilpilze: Gesunde Schwammerln?

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Seit Jahrtausenden nutzen verschiedene Kulturen Heilpilze in der traditionellen Medizin. In Asien, insbesondere in der Traditionellen Chinesischen Medizin, werden diese Pilze für ihre gesundheitlichen Vorteile hochgeschätzt. Mit der zunehmenden wissenschaftlichen Untersuchung ihrer bioaktiven Inhaltsstoffe erhalten Heilpilze auch in der westlichen Medizin immer mehr Aufmerksamkeit.

Pilze sind nicht nur köstliche Zutaten in der Küche, sondern haben auch eine lange Tradition als Heilmittel in der Naturmedizin. Die besonderen Eigenschaften von Heilpilzen beruhen auf einer Vielzahl bioaktiver Substanzen, darunter Polysaccharide, Beta-Glucane, Triterpene und Antioxidanzien. Diese Stoffe entfalten eine nachweislich immunmodulierende, antimikrobielle und zellregenerative Wirkung.

Wirkstoffe

Heilpilze enthalten erstaunliche Wirkstoffe, die auf verschiedene Weise positiv auf unseren Körper wirken. Ein wichtiger Bestandteil der Pilze sind besondere Zuckermoleküle, sogenannte Beta-Glucane. Diese kann man sich wie kleine „Schlüssel“ vorstellen, die bestimmte „Schlösser“ an unseren Immunzellen öffnen. Sobald diese Schlüssel-Schloss-Interaktion stattfindet, wird eine Kette von Reaktionen ausgelöst, die das Immunsystem in Alarmbereitschaft versetzt. Dadurch werden wichtige Abwehrzellen wie Makrophagen, T-Zellen und Natürliche Killerzellen aktiviert. Diese Zellen sind unsere „Eliteeinheiten“, wenn es darum geht, Krankheitserreger zu bekämpfen und sogar Tumorzellen zu zerstören.

Doch Beta-Glucane tun mehr: Sie helfen dem Körper, Entzündungen in Schach zu halten. Bei einer Entzündung schüttet der Körper sogenannte Zytokine aus, die Signale an andere Zellen senden. Manche davon, wie TNF-α oder IL-6, fördern Entzündungen, was in bestimmten Situationen hilfreich ist, aber bei chronischen Entzündungen schädlich sein kann. Beta-Glucane sorgen dafür, dass diese entzündungsfördernden Signale besser reguliert werden, sodass die Balance im Körper gewahrt bleibt. Ein weiterer spannender Bestandteil von Heilpilzen sind Triterpene, wie sie etwa im Reishi-Pilz vorkommen. Diese Stoffe hemmen bestimmte Enzyme (COX-2 und 5-LOX), die an der Entstehung von Entzündungen beteiligt sind. Dadurch können Entzündungsreaktionen weiter gedämpft werden. Dies ist besonders hilfreich bei Arthritis oder etwaigen chronischen Entzündungen.

Antioxidanzien

Heilpilze enthalten zudem starke Antioxidanzien, darunter Polyphenole und Melanin. Diese Stoffe schützen unsere Zellen vor „oxidativem Stress“. Dabei handelt es sich um Schäden, die durch freie Radikale entstehen – aggressive Moleküle, die unter anderem bei Umweltbelastungen, Stress und Alterungsprozessen vermehrt auftreten. Oxidativer Stress ist eine Hauptursache für viele chronische Krankheiten, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Alzheimer. Die antioxidativen Inhaltsstoffe aus Pilzen wirken hier wie ein Schutzschild für unsere Zellen.

Igelstachelbart

Ein spannender Heilpilz ist die Löwenmähne, auch bekannt als Igelstachelbart. Er enthält besondere Stoffe wie die sogenannten Erinacine, die unser Nervensystem unterstützen können.1 Diese Stoffe fördern die Produktion eines wichtigen Proteins namens Nervenwachstumsfaktor (NGF), das für die Gesundheit und Regeneration unserer Nervenzellen sorgt. Das bedeutet, dass sich geschädigte Nervenzellen besser erholen können – ein Effekt, der bei Krankheiten wie Alzheimer hilfreich sein könnte. Wissenschafter vermuten sogar, dass diese Verbindungen das Fortschreiten von Erkrankungen, die das Nervensystem schädigen, verlangsamen könnten.2 Zusammengefasst bieten Heilpilze ein beeindruckendes Spektrum an Wirkungen: Sie stärken das Immunsystem, regulieren Entzündungen, schützen die Zellen vor Schäden, steigern die Energieproduktion und unterstützen sogar die Regeneration von Nerven. Damit könnten sie einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung und Begleitung von Krankheiten leisten. Positiver Nebeneffekt ist, sich auch im Alltag gesünder und vitaler zu fühlen.

1. Kushairi N. et al. Lion’s Mane Mushroom, Hericium erinaceus (Bull.: Fr.) Pers. Suppresses H2O2-Induced Oxidative Damage and LPS-Induced Inflammation in HT22 Hippocampal Neurons and BV2 Microglia. Antioxidants (Basel). 2019 Aug 1;8(8):261.

2. Mori K. et al., Improving effects of the mushroom Yamabushitake (Hericium erinaceus) on mild cognitive impairment: a double-blind placebo-controlled clinical trial. Phytother Res. 2009;23(3):367-72.

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