Start News Australien erlebt schwersten Diphtherie-Ausbruch seit Jahrzehnten

Australien erlebt schwersten Diphtherie-Ausbruch seit Jahrzehnten

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In Australien breitet sich Diphtherie derzeit so stark aus, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Besonders betroffen sind Regionen im Norden des Landes. Die Behörden machen sinkende Impfquoten für die Entwicklung verantwortlich. 

Australien verzeichnet laut Gesundheitsbehörden den schwersten Diphtherie-Ausbruch seit Beginn der landesweiten Erfassung vor rund 35 Jahren. Mehr als 220 Menschen haben sich bereits infiziert. Besonders betroffen ist das Northern Territory im Norden des Landes. Dort leben viele Menschen auf engem Raum, gleichzeitig gilt die medizinische Versorgung als angespannt.

Gesundheitsminister Mark Butler sprach von einem „sehr besorgniserregenden“ Ausbruch. Die Zahl der Erkrankungen liege etwa 30-mal höher als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Die Regierung bereitet laut Medienberichten zusätzliche Maßnahmen vor, um Impfkampagnen auszubauen und das Gesundheitssystem zu unterstützen.

Impfquoten sinken seit Jahren

Nach Angaben der Behörden sind die Impfquoten bei Kindern bereits das fünfte Jahr in Folge rückläufig. Die Diphtherie-Impfung zählt in Australien ebenso wie in Österreich zu den Standardimpfungen im Kindesalter.

Diphtherie ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die primär die Atemwege betreffen kann. Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion, etwa beim Husten oder Niesen, übertragen. Auch Hautinfektionen sind möglich. Schwere Verläufe können lebensbedrohlich sein. Laut Gesundheitsbehörden sterben etwa zehn Prozent der Patientinnen und Patienten mit schweren Atemwegssymptomen trotz Behandlung.

Rund ein Viertel der Erkrankten mit der gefährlicheren Atemwegsform müsse im Krankenhaus behandelt werden. Zudem prüfen die Behörden derzeit einen möglichen Todesfall. Es wäre der erste bestätigte Diphtherie-Todesfall in Australien seit fast zehn Jahren.

Erkrankung galt lange als nahezu verschwunden

Seit den 1950er-Jahren galt Diphtherie in Australien weitgehend als zurückgedrängt. Mittlerweile wurden jedoch auch Fälle in anderen Bundesstaaten registriert.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden im Jahr 2018 weltweit rund 16.600 Diphtheriefälle aus 39 Ländern gemeldet. Die meisten Erkrankungen entfielen damals auf Indien.

Seit 2014 wurden in Österreich erstmals seit rund 20 Jahren wieder Diphtherie-Fälle gemeldet. Ein Fall endete tödlich.

Impfempfehlungen in Österreich

In Österreich wird die Impfung gegen Diphtherie für alle Altersgruppen empfohlen. Für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 15. Lebensjahr ist sie Teil des kostenfreien Kinderimpfprogramms.

Die Grundimmunisierung erfolgt üblicherweise im Säuglingsalter im Rahmen der 6-fach-Impfung. Dafür sind drei Teilimpfungen vorgesehen. Spätere Auffrischungsimpfungen werden im Kindes- und Jugendalter empfohlen, um den Schutz aufrechtzuerhalten.

Laut österreichischem Impfplan sind regelmäßige Auffrischungsimpfungen auch im Erwachsenenalter empfohlen. Informationen dazu enthält der aktuelle Impfplan Österreich. Beratung bieten Apothekerinnen und Apotheker sowie Ärztinnen und Ärzte an.

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