Start News Badegewässer in Österreich: Qualität hoch, dennoch Risiken beachten

Badegewässer in Österreich: Qualität hoch, dennoch Risiken beachten

Werbung

Nach der ersten Hitzewelle und einer kurzen Verschnaufpause kündigt die Wettervorhersage bereits die nächste Hitzeperiode an. Viele Menschen werden dann wieder Abkühlung in Seen und Flüssen suchen. Wer ungetrübten Badespaß genießen möchte, sollte allerdings nicht nur auf die Wassertemperatur achten, sondern auch auf die Wasserqualität und mögliche Gesundheitsrisiken.

Seit dem offiziellen Beginn der Badesaison am 15. Juni werden Österreichs EU-Badegewässer regelmäßig kontrolliert. Insgesamt gibt es 260 Badestellen, deren Wasserqualität nach einheitlichen europäischen Vorgaben überwacht wird. Die aktuellen Messergebnisse sind über die Badegewässer-Datenbank sowie die Badegewässer-App des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz abrufbar. Hier kann man die App downloaden.

Fast alle Badegewässer mit Bestnote

Der von der Europäischen Kommission veröffentlichte Badegewässerbericht 2025 bestätigt das hohe Qualitätsniveau der österreichischen EU-Badegewässer. Auf Basis der Messdaten der vergangenen Jahre wurden 251 der 260 Badestellen als „ausgezeichnet“ eingestuft. Sieben Badegewässer erhielten die Bewertung „gut“, eine Badestelle „ausreichend“ und eine „mangelhaft“.

Bei den Untersuchungen werden unter anderem die Indikatorkeime Escherichia coli und intestinale Enterokokken analysiert. Sie können auf eine fäkale Verunreinigung des Wassers hinweisen. Zusätzlich erfassen die Behörden unter anderem Wassertemperatur und Sichttiefe.

Badedermatitis trotz guter Wasserqualität möglich

Hohe Wassertemperaturen begünstigen jedoch nicht nur das Badevergnügen. Sie fördern auch die Vermehrung von Wasserschnecken, die als Zwischenwirte für Zerkarien dienen. Diese mikroskopisch kleinen Parasiten können beim Menschen eine Badedermatitis auslösen. Die Larven dringen irrtümlich in die menschliche Haut ein, sterben dort jedoch rasch ab. Vor allem nach wiederholtem Kontakt können Juckreiz, Rötungen und Quaddeln auftreten. Die Beschwerden klingen in den meisten Fällen innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder ab.

Das Auftreten von Zerkarien ist laut Gesundheitsbehörden kein Hinweis auf eine schlechte Wasserqualität. Vielmehr hängt ihr Vorkommen mit dem natürlichen Lebenszyklus bestimmter Wasservögel und Wasserschnecken zusammen. In gechlorten Schwimmbecken besteht dieses Risiko nicht.

Vorsicht bei Blaualgen

Bei anhaltender Hitze können sich außerdem Cyanobakterien – umgangssprachlich als Blaualgen bezeichnet – stark vermehren. Sie verursachen die sogenannte Algenblüte und können gesundheitsschädliche Toxine bilden.

Hinweise auf eine Algenblüte sind eine grünlich-blaue Trübung des Wassers, Schlieren oder dichte Algenteppiche an der Oberfläche. Besonders Hunde sind gefährdet, wenn sie belastetes Wasser aufnehmen oder Algenreste fressen. Beim Menschen können größere Mengen verschluckten Wassers Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Hautreizungen verursachen. In schweren Fällen sind auch Atemwegsbeschwerden oder Leberschäden möglich.

EU-Badegewässer werden regelmäßig kontrolliert und bei entsprechendem Verdacht auch auf Cyanotoxine untersucht. Kleinere Badeseen oder Schwimmteiche werden jedoch nicht immer routinemäßig beprobt.

Sichttiefe als einfache Orientierung

Als einfache Faustregel empfehlen die Gesundheitsbehörden, nur dort zu baden, wo die eigenen Füße bei knietiefem Wasser noch gut sichtbar sind. Ist das Wasser stark grünlich getrübt oder beträgt die Sichttiefe weniger als einen Meter, sollte auf das Baden verzichtet werden.

Nach dem Baden empfiehlt es sich außerdem, zu duschen und die Badebekleidung zu reinigen. Besondere Aufmerksamkeit gilt Kindern und Haustieren, da sie empfindlicher auf belastetes Wasser reagieren können.

Neue Artikel

Lebensstil prägt Diabetesrisiko stärker als Gene

Eine US-Studie auf Basis der britischen Biobank zeigt: Der Lebensstil hat größeren Einfluss auf das Risiko für Typ-2-Diabetes als...

Long Covid: Telemedizinische Rehabilitation zeigt langfristigen Nutzen

Eine britische Studie zeigt, dass ein individuell abgestimmtes telemedizinisches Rehabilitationsprogramm Menschen mit Long Covid und kognitiven Einschränkungen langfristig helfen...

Tropenmedizin: „Mückenschutz wird in Europa noch zu wenig ernstgenommen“

Ursula Hollenstein ist Fachärztin für Innere Medizin mit Zusatzfach für Infektiologie und Tropenmedizin. Die begeisterte Reisende betreibt in Wien...

Gaming: Studie unterscheidet zwischen Spielzeit und Gaming-Störung

Nicht die Spielzeit allein entscheidet über die kognitive Leistungsfähigkeit von Jugendlichen. Eine Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems zeigt,...

 Weitere Artikel

Lebensstil prägt Diabetesrisiko stärker als Gene

Eine US-Studie auf Basis der britischen Biobank zeigt: Der Lebensstil hat größeren Einfluss auf das Risiko für Typ-2-Diabetes als...

Long Covid: Telemedizinische Rehabilitation zeigt langfristigen Nutzen

Eine britische Studie zeigt, dass ein individuell abgestimmtes telemedizinisches Rehabilitationsprogramm Menschen mit Long Covid und kognitiven Einschränkungen langfristig helfen...

Tropenmedizin: „Mückenschutz wird in Europa noch zu wenig ernstgenommen“

Ursula Hollenstein ist Fachärztin für Innere Medizin mit Zusatzfach für Infektiologie und Tropenmedizin. Die begeisterte Reisende betreibt in Wien...