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West-Nil-Virus: Fälle in Europa nehmen zu

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In mehreren europäischen Ländern werden derzeit West-Nil-Virus-Infektionen gemeldet. Besonders betroffen sind unter anderem Nordmazedonien und Griechenland. Auch in Österreich gibt es 2026 bereits einen lokal erworbenen Fall beim Menschen sowie Nachweise bei Wildvögeln.

Die aktuelle West-Nil-Virus-Saison macht sich in mehreren Teilen Europas bemerkbar. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung derzeit in Nordmazedonien: Nach Angaben des nordmazedonischen Gesundheitsministeriums wurden dort in jüngster Zeit 43 Infektionen bei Menschen festgestellt, fünf Infizierte starben. Der Großteil der Fälle wurde in den vergangenen drei Wochen registriert, berichtete die APA am 22. August.

Anfang August hatten die Behörden für mehrere Gebiete in und um die Hauptstadt Skopje eine West-Nil-Virus-Epidemie festgestellt. Laut Fadil Cana, Leiter der Klinik für Infektionskrankheiten in Skopje, werden derzeit fast täglich Erkrankte ins Krankenhaus eingeliefert.

Auch Griechenland meldet eine hohe Zahl an Infektionen. Mit Stand 20. August waren dort seit Jahresbeginn 157 Fälle registriert worden, 13 Menschen waren nach einer Infektion gestorben. Ende Juli waren noch 42 Fälle bekannt gewesen. Bei einigen Betroffenen entwickelte sich eine schwere Erkrankung des zentralen Nervensystems, darunter Enzephalitis und Meningitis. Die meisten Fälle wurden laut der griechischen Gesundheitsbehörde EODY im Großraum Athen festgestellt.

Zwölf europäische Länder mit lokalen Infektionen

Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), die in der APA-Meldung vom 22. August wiedergegeben werden, hatten seit Jahresbeginn zwölf europäische Länder lokal übertragene West-Nil-Virus-Infektionen beim Menschen gemeldet. Neben Nordmazedonien und Österreich waren dies Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Spanien, Italien, Albanien, Griechenland, Rumänien, Serbien und das Kosovo.

In Europa treten Infektionen vor allem während der Gelsensaison zwischen Frühjahr und Herbst auf. Besonders häufig sind Übertragungen zwischen Juli und September.

Aktuelle Situation in Österreich

Auch in Österreich wurde das West-Nil-Virus 2026 bereits nachgewiesen. Nach Angaben der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) lag mit Stand 19. August eine Meldung über eine lokal erworbene West-Nil-Virus-Infektion bei einem Menschen vor. Bei vier Wildvögeln wurde das Virus ebenfalls festgestellt.

Das Risiko, sich in Österreich anzustecken und an West-Nil-Fieber zu erkranken, bezeichnet die AGES derzeit als „noch sehr gering“. Die AGES überwacht zudem im Rahmen ihres Gelsen-Monitorings Stechmücken an definierten Standorten. Die gesammelten Gelsen werden klassifiziert und mittels molekularbiologischer Methoden unter anderem auf das West-Nil-Virus untersucht.

Vögel bilden das natürliche Reservoir

Eine infizierte Gelse überträgt das West-Nil-Virus (WNV) durch ihren Stich und kann dadurch West-Nil-Fieber auslösen. In Mitteleuropa spielt dabei vor allem die heimische Gemeine Stechmücke eine Rolle.

Das natürliche Reservoir bilden Vögel, darunter insbesondere Zugvögel. Mehr als 300 Vogelarten können laut AGES als Reservoir fungieren. Auch Menschen und andere Säugetiere, insbesondere Pferde, können sich infizieren und erkranken. Menschen und Pferde sind jedoch Endwirte: Sie können das Virus nicht auf Stechmücken weitergeben. Eine Übertragung von Pferd zu Pferd oder von Pferd zu Mensch findet daher nicht statt.

80 Prozent der Infektionen ohne Symptome

Nach Angaben der AGES verlaufen 80 Prozent der Infektionen asymptomatisch. Bei 20 Prozent der Infizierten kommt es zu einer grippeähnlichen Erkrankung. Mögliche Beschwerden sind plötzliches hohes Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Lymphknotenschwellungen und Hautflecken.

In Einzelfällen – laut AGES bei 0,7 Prozent der Infektionen – entwickelt sich eine West-Nil-Meningitis oder -Enzephalitis. Immunschwache Patientinnen und Patienten sowie Personen über 50 Jahre haben laut AGES ein höheres Risiko für eine schwere Verlaufsform.

Eine gegen das Virus gerichtete Medikation gibt es nicht, die Behandlung erfolgt symptomatisch. Auch ein Impfstoff zur Prävention beim Menschen steht nicht zur Verfügung. Für Pferde sind hingegen Impfstoffe verfügbar.

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