Start Wissenschaft Sonnenfinsternis am 12. August: Ein Blick kann die Augen schädigen

Sonnenfinsternis am 12. August: Ein Blick kann die Augen schädigen

Am 12. August ist in Österreich eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Das seltene Himmelsereignis fällt allerdings mit dem Sonnenuntergang zusammen und kann nur in einem kurzen Zeitfenster beobachtet werden. Fachleute warnen dennoch eindringlich davor, ungeschützt in die Sonne zu blicken. Bereits wenige Sekunden können zu irreparablen Schäden an der Netzhaut führen.

Am Abend des 12. August schiebt sich der Mond teilweise vor die Sonne. Während die Sonnenfinsternis entlang eines schmalen Streifens über Teile Spaniens, Portugals, Islands und Grönlands als totale Sonnenfinsternis zu sehen ist, bleibt sie in Österreich partiell.

Je nach Beobachtungsort werden hierzulande zwischen 84,8 Prozent (Wien) und 89,7 Prozent (Innsbruck) der Sonnenscheibe vom Mond verdeckt. Laut Österreichischem Astronomischen Verein handelt es sich in Wien um die stärkste Sonnenfinsternis seit dem 11. August 1999.

Nur ein kurzes Zeitfenster zur Beobachtung

Die partielle Sonnenfinsternis beginnt in Österreich gegen 19:22 Uhr und dauert theoretisch bis etwa 21:07 Uhr. Tatsächlich bleibt für die Beobachtung aber nur rund eine Dreiviertelstunde, weil die Sonne spätestens um 20:16 Uhr untergeht. Wer das Ereignis möglichst lange verfolgen möchte, sollte laut science.orf.at einen erhöhten Standort mit freiem Blick nach Westen wählen. Je weiter südwestlich in Österreich beobachtet wird, desto größer fällt die Verdeckung aus.

Carole Mundell
Foto: ESA

„Wenn man das Ereignis durch eine Sonnenfinsternisbrille beobachtet, dann wird man die Verdeckung des Mondes sehen, so als hätte jemand ein Stück aus der Sonnenscheibe herausgebissen.“

Carole Mundell

Wissenschaftsdirektorin der Europäischen Weltraumbehörde (ESA)

Hohe Verdeckung bedeutet keinen Schutz für die Augen

Dass die Sonne zu einem großen Teil vom Mond verdeckt ist und das Ereignis in den Abendstunden stattfindet, macht die Beobachtung nicht ungefährlicher. Nach Angaben des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) kann direktes Sonnenlicht die Netzhaut bereits innerhalb kürzester Zeit irreparabel schädigen.

Dr. Daniela Weiskopf, Leiterin des Fachgebietes Optische Strahlung am BfS, warnt: „Die Sonnenfinsternis 2026 kann man sicher beobachten. Allerdings sollte man sich weder durch die hohe Abdeckung der Sonne noch die einsetzende Dämmerung dazu verleiten lassen, die Augen weniger gut zu schützen: Der direkte Blick in die Sonne kann das Auge auch dann schädigen. Nur geprüfte Schutzbrillen oder eine indirekte Beobachtung sind sicher.“

Nur geprüfte Sonnenfinsternisbrillen verwenden

Für die direkte Beobachtung eignen sich ausschließlich spezielle Sonnenfinsternisbrillen. Sie verfügen über Filter, die höchstens 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchlassen. Die Filter dürfen keine Kratzer oder andere Beschädigungen aufweisen.

Als geeignete Produkte gelten Sonnenfinsternisbrillen, die nach der Norm DIN EN ISO 12312-2 gekennzeichnet sind und das CE-Zeichen tragen. Außerdem sollten Benutzungs- und Warnhinweise beiliegen.

Lochkamera als sichere Alternative

Vor allem für Kinder empfiehlt sich die indirekte Beobachtung mit einer Lochkamera (Camera obscura). Dabei wird das Bild der Sonne auf eine Fläche projiziert, ohne dass direkt in die Sonne geblickt werden muss. Nach Angaben des BfS gilt diese Methode als besonders sicher. Auch die ESA nennt die Lochkamera als geeignete Alternative, wenn keine Sonnenfinsternisbrille verfügbar ist.

Diese Hilfsmittel sind ungeeignet

Von improvisierten Schutzmaßnahmen raten die Fachleute ausdrücklich ab. Keinen ausreichenden Schutz bieten unter anderem Sonnenbrillen, Schweißerbrillen, Gletscherbrillen, geschwärzte Gläser, schwarze Filmstreifen, Rettungsdecken, Röntgenbilder oder CDs.

Ebenso dürfen Ferngläser, Teleskope oder Kameras niemals ohne geeignete Sonnenfilter verwendet werden. Sie bündeln das Sonnenlicht zusätzlich und können dadurch schwere Augenschäden verursachen. Spezielle Filter müssen dabei vor der Optik des jeweiligen Geräts angebracht werden.

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