Start Politik Apothekerverbandswahl: Vier Landesgruppen mit neuer Spitze

Apothekerverbandswahl: Vier Landesgruppen mit neuer Spitze

Nach dem Ergebnis der Apothekerverbandswahl 2026 wechseln in Niederösterreich, Oberösterreich, Vorarlberg und Wien die Landesgruppenspitzen. Auch in mehreren Landesvorständen gibt es gegenüber der aktuellen Besetzung deutliche personelle Verschiebungen. Gleichzeitig steigt die Wahlbeteiligung österreichweit von 72 auf 76 Prozent – die endgültige Vorstandskonstellation steht allerdings erst nach der noch ausständigen Präsidiumswahl fest.

Am 30. September wurden die abgegebenen Stimmen für die Wahl von Vorstand und Landesgruppenobleuten für die Funktionsperiode 1. Jänner 2027 bis 31. Dezember 2031 im Österreichischen Apothekerverband unter notarieller Aufsicht ausgezählt. PharmaNow liegt das Ergebnis bereits vor. Verglichen mit der aktuellen Besetzung ändert sich in vier der neun Landesgruppen die Spitze. 

In Niederösterreich wurde Andreas Hoyer zum Landesgruppenobmann gewählt; derzeit führt Heinz Haberfeld die Landesgruppe. In Oberösterreich wurde Philipp Rieder zum Landesgruppenobmann gewählt und löst damit Sabine Obrecht-Pock ab. In Vorarlberg übernimmt Sandra Hammerer von Jürgen Rehak, in Wien folgt Bernd Schmudermaier auf Christoph Zeidler. 

Personell unverändert ist die Situation an den übrigen fünf Landesspitzen: Dieter Schmid im Burgenland, Hans Bachitsch in Kärnten, Margarete Olesko in Salzburg, Alexandra Fuchsbichler in der Steiermark und Matthias König-Mitterhauser in Tirol wurden erneut gewählt. 

Deutlichere Verschiebungen in Vorarlberg und Tirol

Auch die unmittelbar gewählten Landesvorstände verändern sich gegenüber dem aktuellen Stand – je nach Bundesland allerdings unterschiedlich stark. Besonders deutlich fällt der Wechsel in Vorarlberg aus: Der derzeitige zweiköpfige Vorstand besteht aus Jürgen Rehak und Christof van Dellen. Für die kommende Funktionsperiode wurden Sandra Hammerer und Joachim Mohr gewählt. Damit findet sich keiner der beiden derzeitigen Vorstände in der unmittelbar gewählten Zweierbesetzung wieder. Hammerer und Mohr waren bereits bei der Wahl 2021 in den Ersatzvorstand gewählt worden. 

Auch in Tirol ist die Veränderung größer. Von den derzeit fünf ausgewiesenen Vorstandsmitgliedern sind König-Mitterhauser und Joachim Kienzl unmittelbar wiedergewählt. Hinzu kommen Hermann Buchauer, Stefan Gritsch undGünther Platter. Georg Schischkow steht im neuen Wahlergebnis an dritter Stelle des Ersatzvorstands. Buchauer und Gritsch waren bereits 2021 in den Ersatzvorstand gewählt worden. 

Oberösterreich zeigt dagegen deutlich mehr Kontinuität im Vorstand: Sechs der sieben derzeit ausgewiesenen Mitglieder wurden wieder unmittelbar gewählt. Die derzeitige Landesgruppenobfrau Obrecht-Pock steht nun allerdings an dritter Stelle des Ersatzvorstands. Neu in der unmittelbar gewählten Siebenerliste ist der amtierende Verbandspräsident Thomas W. Veitschegger, der derzeit aufgrund seiner Präsidiumsfunktion nicht im oberösterreichischen Landesvorstand vertreten ist. 

Niederösterreich erhält zehntes Mandat

Eine strukturelle Verschiebung gibt es zwischen Niederösterreich und Salzburg. Niederösterreich verfügte bei der Wahl 2021 über neun Vorstandsmandate, Salzburg über vier. Nun entfallen auf Niederösterreich zehn und auf Salzburg drei Vorstandsmandate. Die Gesamtzahl bleibt mit 53 Mandaten dabei unverändert. 

In Niederösterreich finden sich fünf der neun derzeit ausgewiesenen Vorstandsmitglieder auch in der unmittelbar gewählten Zehnerliste wieder. Zusätzlich zieht Andreas Hoyer, derzeit 1. Vizepräsident des Verbands, wieder unmittelbar in den niederösterreichischen Vorstand ein. In Salzburg bleiben Olesko und Gebhard Hauser im Vorstand; den dritten Sitz erhält Johannes Lämmerhofer. 

Wahlbeteiligung steigt auf 76 Prozent

Neben den personellen Veränderungen fällt die höhere Wahlbeteiligung auf. Österreichweit waren 1.683 Personen wahlberechtigt, 1.283 Stimmen wurden abgegeben. Das entspricht einer Beteiligung von 76 Prozent. 2021 waren 1.626 Personen wahlberechtigt und 1.170 Stimmen abgegeben worden; die Beteiligung lag damals bei 72 Prozent. 

Den größten Zuwachs verzeichnet Wien: Dort steigt die Beteiligung von 64 auf 78 Prozent. In Kärnten erhöht sie sich von 69 auf 82 Prozent. Auch in der Steiermark und in Vorarlberg steigt die Beteiligung jeweils um fünf Prozentpunkte, in Tirol um einen Prozentpunkt. Niederösterreich bleibt bei 72 Prozent. Rückgänge gibt es im Burgenland von 72 auf 70 Prozent sowie in Oberösterreich von 76 auf 71 Prozent und in Salzburg von 75 auf 70 Prozent. Mit 92 Prozent weist Vorarlberg 2026 die höchste Beteiligung auf, gefolgt von Tirol mit 90 Prozent. 

Präsidiumswahl kann Besetzung nochmals verändern

Das nun vorliegende Wahlergebnis ist noch nicht mit der endgültigen Vorstandszusammensetzung für die kommende Funktionsperiode gleichzusetzen. Die Wahl des neuen Präsidiums steht noch aus und wird weitere Nachrückungen aus den Ersatzvorständen auslösen. Abhängig davon, wer in das Präsidium gewählt wird, können sich dadurch auch die nun gewählten Landesgruppenspitzen nochmals verändern.

Wie sich dieser Schritt auf die Landesvorstände auswirken kann, zeigt die Wahl 2021. Nach der damaligen Wahl von Thomas W. Veitschegger zum Präsidenten, Andreas Hoyer zum 1. Vizepräsidenten und Alexander Hartl zum 2. Vizepräsidenten rückten in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien jeweils Ersatzmitglieder in die Vorstände, in Oberösterreich rückte Sabine Obrecht-Pock zusätzlich als Landesgruppenobfrau nach. 

Damit steht mit dem Ergebnis vom 30. September fest, wer unmittelbar in die 53 Vorstandsmandate gewählt wurde und wie die Landesgruppenwahlen ausgegangen sind. Die endgültige personelle Konstellation für die Funktionsperiode ab 1. Jänner 2027 lässt sich jedoch erst nach der Bildung des neuen Präsidiums bestimmen. 

Bis 6. Oktober läuft laut Wahlzeitplan des Österreichischen Apothekerverbands die Frist für die schriftliche Bekanntgabe eines neuerlichen Antritts eines Präsidiumsmitglieds nach zwei Funktionsperioden. Am 13. Oktober findet die konstituierende Sitzung statt. Dabei werden die neuen Vorstandsmitglieder sowie die Kandidaten für die Wahl des Präsidenten vorgestellt. Vorgesehen ist auch eine allfällige Beschlussfassung über den neuerlichen Antritt eines Präsidiumsmitglieds nach mehr als zwei Funktionsperioden. Dies könnte heuer für Thomas W. Veitschegger und Andreas Hoyer relevant sein, sollten sie nochmals antreten wollen. Am 5. November werden schließlich in der Wahlsitzung das neue Präsidium und die Rechnungsprüfer gewählt.

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