Start Wissenschaft HPV-Impfung zeigt Wirkung: Neue Daten belegen Nutzen der Krebsprävention

HPV-Impfung zeigt Wirkung: Neue Daten belegen Nutzen der Krebsprävention

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Neue Daten aus England zeigen einen deutlichen Rückgang der Sterblichkeit durch Gebärmutterhalskrebs bei jungen Frauen nach Einführung der HPV-Impfung. Gleichzeitig ziehen österreichische Initiativen eine positive Bilanz ihrer Impfkampagnen. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der HPV-Impfung als Instrument der Krebsprävention – auch vor dem Auslaufen des heimischen Catch-up-Impfprogramms Ende Juni.

Die HPV-Impfung kann das Risiko für Gebärmutterhalskrebs und andere HPV-bedingte Krebserkrankungen deutlich senken. Darauf weisen sowohl neue wissenschaftliche Daten aus England als auch aktuelle Erfahrungen aus Österreich hin.

Studie aus England: Kein Todesfall bei 20- bis 24-Jährigen

Eine im Fachjournal The Lancet veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass in England zwischen 2020 und 2024 keine einzige Frau im Alter von 20 bis 24 Jahren an Gebärmutterhalskrebs verstorben ist. Laut den Wissenschafterinnen und Wissenschaftern ist dies das erste Mal, dass in dieser Altersgruppe kein Todesfall durch die Erkrankung registriert wurde.

Die Untersuchung führt diesen Rückgang auf die Einführung der HPV-Impfung zurück. Bereits zwischen 2015 und 2019 war die Zahl der Todesfälle in dieser Altersgruppe laut Studie um 80 Prozent gesunken. Insgesamt habe die Impfstrategie in dem Zeitraum schätzungsweise fast 200 Menschenleben gerettet.

Humane Papillomviren werden vor allem sexuell übertragen und gelten als Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs. Darüber hinaus können sie Krebserkrankungen im Mund-Rachen-Bereich, an den Geschlechtsorganen sowie im Analbereich verursachen.

In Großbritannien wurde die HPV-Impfung 2008 für Mädchen und 2019 für Burschen in das Routineimpfprogramm aufgenommen. Mädchen, die zwischen dem zwölften und 13. Lebensjahr geimpft wurden, weisen der Studie zufolge ein Risiko nahe Null auf, vor dem 30. Lebensjahr an Gebärmutterhalskrebs zu sterben.

Österreich: Über 5.000 Impfungen im Health Mobil

Auch in Österreich laufen derzeit verstärkte Maßnahmen zur HPV-Prävention. Die Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze (ÖGGK) zieht eine positive Bilanz ihrer bundesweiten Impfaktion mit dem ÖGGK Health Mobil. Nach Angaben der Organisation ließen sich innerhalb von rund eineinhalb Jahren an 29 Standorten insgesamt 5.141 junge Erwachsene gegen HPV impfen. Davon entfielen 2.556 Impfungen auf Frauen und 2.585 auf Männer. Die Impfangebote wurden unter anderem an Universitäten, Fachhochschulen, öffentlichen Plätzen sowie bei Veranstaltungen umgesetzt. Die ÖGGK führt den Erfolg vor allem auf den niederschwelligen Zugang zurück. Impfungen seien ohne Terminvereinbarung direkt vor Ort möglich gewesen. Die Initiative wurde von zahlreichen Partnern aus Gesundheitswesen, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung unterstützt. 

Impfquote weiterhin Thema

Trotz der positiven Bilanz verweisen mehrere Expertinnen und Experten auf weiterhin bestehende Herausforderungen bei der HPV-Durchimpfung.

Nach Angaben der ÖGGK infizieren sich mehr als 85 Prozent aller Menschen im Laufe ihres Lebens mit HPV. Einige Virustypen können verschiedene Krebsarten auslösen. Die Organisation verweist zudem darauf, dass in Österreich pro Woche rund drei Frauen an HPV-bedingtem Krebs sterben. Vertreterinnen und Vertreter von Gesundheitsbehörden betonen, dass weiterhin Informationsdefizite bei Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Eltern bestehen würden. Daher seien zusätzliche Aufklärungsmaßnahmen notwendig, um die Impfquote weiter zu erhöhen.

Ende des kostenlosen Catch-up-Programms rückt näher

Aktuell ist die HPV-Impfung in Österreich für alle Personen vom neunten bis zum 21. Geburtstag kostenlos verfügbar. Darüber hinaus wurde ein befristetes Catch-up-Impfprogramm für junge Erwachsene zwischen 21 und 30 Jahren eingerichtet. Wer sich bis Ende 2025 die erste kostenlose Impfung geholt hat, kann die zweite Dosis noch bis zum 30. Juni 2026 kostenlos erhalten.

Parallel dazu fordern mehrere Jugendorganisationen eine Verlängerung des Programms. Die Initiative „Fuck HPV“ präsentierte dazu am 22. Juni einen Forderungsbrief an die Bundesregierung. Die beteiligten Organisationen argumentieren, dass eine Fortführung des Angebots jungen Erwachsenen den Zugang zur Krebsprävention erleichtern würde.

Die aktuellen Daten aus England liefern zusätzliche Hinweise darauf, welchen langfristigen Beitrag hohe HPV-Impfraten zur Vermeidung von Krebsfällen und krebsbedingten Todesfällen leisten können.

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