Die BOKU University baut ihre Forschung im Bereich Heilpflanzen am Standort Tulln aus. Gemeinsam mit dem Unternehmen Bionorica sowie mit Unterstützung des Landes Niederösterreich und der Stadt Tulln entsteht ein neues Institut für Phytopharmazie. Geplant sind Stiftungsprofessuren, die unterschiedliche Bereiche der Entwicklung pflanzlicher Arzneimittel abdecken.
Am Campus Tulln der BOKU University soll künftig ein neues Institut für Phytopharmazie angesiedelt werden. Grundlage dafür ist eine Kooperation zwischen der Universität, dem Pharmaunternehmen Bionorica, dem Land Niederösterreich und der Stadt Tulln. Die Partner haben dazu einen Rahmenvertrag unterzeichnet.
Den Auftakt bildet eine neue Stiftungsprofessur für Phytopharmakognosie am Department für Agrarwissenschaften. Sie soll sich mit der Erforschung von Heilpflanzen und deren Wirkstoffen beschäftigen. Zusätzlich sind zwei weitere Professuren geplant: eine für Züchtung und Anbau von Heilpflanzen sowie eine für phytopharmazeutische Technologie. Letztere soll sich mit der Überführung pflanzlicher Wirkstoffe in Arzneimittel befassen.
Gesamte Wertschöpfungskette an einem Standort
Die drei Professuren sollen künftig in einem eigenen Institut gebündelt werden. Dafür ist ein neues Gebäude in unmittelbarer Nähe zu den bestehenden BOKU-Einrichtungen in Tulln vorgesehen. Ziel ist es, den gesamten Forschungs- und Entwicklungsprozess pflanzlicher Arzneimittel an einem Standort abzubilden.
Die erste Professur soll laut den Projektpartnern im Herbst 2026 ausgeschrieben werden.
BOKU-Rektorin Univ.-Prof. i.R. MMag. Dr. Eva Schulev-Steindl LL.M. sieht in der Kooperation eine Möglichkeit, die Heilpflanzenforschung in Tulln gezielt auszubauen und Grundlagenforschung stärker mit praktischer Anwendung zu verknüpfen. Die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik solle Innovationen fördern und zudem gesellschaftlichen Nutzen schaffen.
Bionorica investiert in Forschungsstandort Niederösterreich
Für Bionorica ist das Projekt nach Angaben von CEO Prof. Dr. Michael Popp ein langfristiges Investment in Forschung, Ausbildung und regionale Wertschöpfung. Das Unternehmen wolle damit die Kompetenzen Niederösterreichs in Landwirtschaft, Pflanzenforschung und Life Sciences stärker miteinander verbinden. Popp bezeichnete die Pharmakognosie als zentrale Disziplin für die Entwicklung evidenzbasierter Phytotherapie.
Auch aus Sicht des Landes Niederösterreich hat das Vorhaben strategische Bedeutung. LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf sprach von einem wichtigen Schritt für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Niederösterreich. Die Bündelung des gesamten Innovationsprozesses an einem Standort schaffe neue Möglichkeiten für Forschung und Lehre.
Stadt Tulln erwartet wirtschaftliche Impulse
Tullns Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk erwartet durch das neue Institut zusätzliche Impulse für die Universitätsstadt. Die Forschung im Bereich pflanzlicher Arzneimittel passe laut Eisenschenk gut zum Profil Tullns als Gartenstadt und könne hochwertige Arbeitsplätze schaffen.
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