Experten warnen vor hohem Konsum von Fruchtzucker in Softdrinks, Energydrinks und Fertigprodukten. Große Mengen könnten das Risiko für chronische Nierenerkrankungen erhöhen. Besonders problematisch ist zugesetzte Fruktose in Getränken.
Der Konsum von Fruktose (Fruchtzucker) in Softdrinks, Energydrinks und zahlreichen Fertigprodukten kann die Nieren belasten. Darauf weisen Experten der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) hin.
Fruktose wird vermeintlich als „gesünderer“ Zucker angesehen, jedoch ist genau das Gegenteil der Fall. Durch die Aufnahme fruktosehaltiger Getränke kann Fruchtzucker schnell und in hohen Konzentrationen aufgenommen werden und das kann wiederum aufgrund verschiedener Stoffwechselwege die Nieren massiv beeinträchtigen. Besonders an heißen Sommertagen und bei körperlicher Anstrengung belastet das die Nieren sehr.
Zusammenhang mit Stoffwechselerkrankungen
Fruktose wird im Körper überwiegend in der Leber, aber auch in der Niere verstoffwechselt. Dieser Stoffwechsel unterscheidet sich deutlich vom Abbau von Glukose. Ein hoher Fruktosekonsum kann Übergewicht, Fettleber und Insulinresistenzen begünstigen und zu Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes führen.
„Beide Erkrankungen zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine chronische Nierenerkrankung“, erklärte Sylvia Stracke, Leiterin des Bereiches Nephrologie und Hypertensiologie an der Universitätsmedizin Greifswald und Pressesprecherin der DGfN. Auch der Harnsäurespiegel kann erhöht sein, was Nierenerkrankungen begünstigt.
Mechanismen der Nierenschädigung
Die Wissenschaft hat mehrere Mechanismen identifiziert, über die Fruktose die Nieren schädigen kann. Fruktose ist etwa der einzige Zucker, der bei seinem Abbau zu einer verstärkten Harnsäurebildung führt. Ist der Harnsäurespiegel dauerhaft erhöht, führt dies zu Nierenschäden, Nierensteine und entzündlichen Prozessen im Nierengewebe.
Beim Abbau von Fruktose in der Niere wird viel Energie verbraucht. Dadurch kann in den Zellen ein Energiemangel entstehen. Laut der DGfN kann dies oxidativen Stress, Entzündungen, Funktionsstörungen der Gefäßinnenwand sowie eine Verengung der Blutgefäße begünstigen.
Nierenerkrankungen verlaufen oft lange ohne spürbare Symptome. Gleichzeitig sind sie weit verbreitet. Schätzungen zufolge betreffen in Österreich chronische Nierenerkrankungen rund zehn Prozent der Bevölkerung.
Getränke als zentrale Fruktosequelle
Fruchtzucker aus frischem Obst sei nicht problematisch, sondern vor allem die zugesetzte Fruktose in industriell hergestellten Lebensmitteln, erklärt die Expertin. Diese findet sich vor allem in:
- Softdrinks und Energydrinks
- „Sportdrinks“
- Eistees
- aromatisierten Mineralwässern
- Frühstückscerealien
- Müsliriegeln
- Fruchtjoghurts
- Fertigsaucen
u.v.m.
Der Konsum wird oft unterschätzt. Oft reicht schon ein halber Liter Soft- oder Energydrink und der Tagesbedarf an Zucker bei einem Erwachsenen ist bereits gedeckt.
Experten raten zu weniger Zuckergetränken
Studien zeigen immer wieder, dass Getränke eine zentrale Rolle bei der täglichen Zuckeraufnahme spielen (PharmaNow hat berichtet).
Neben Zucker stehen zudem Süßstoffe zunehmend im Fokus der Forschung. Hinweise deuten darauf hin, dass auch sie Auswirkungen auf Stoffwechsel und Gehirnleistung haben könnten. Auch über diese neuen Erkenntnisse hat PharmaNow kürzlich berichtet.
Vor diesem Hintergrund empfehlen Experten generell, Getränke möglichst ohne zugesetzten Zucker oder Süßstoffe zu wählen. Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie sollte der Konsum zuckergesüßter Getränke im Alltag deutlich reduziert werden. Stattdessen empfehlen die Experten Wasser sowie ungesüßten Tee oder Kaffee.




