Ende März beginnt in Österreich wieder die Sommerzeit. Seit Jahren wird über ein Ende der Zeitumstellung diskutiert, viele Menschen empfinden den Wechsel als belastend. Nun will die EU-Kommission eine neue Studie vorlegen, um Bewegung in die festgefahrene Debatte zu bringen.
In der Nacht auf Sonntag, den 29. März, beginnt in Österreich und den anderen EU-Staaten erneut die Sommerzeit. Die Uhren werden um eine Stunde vorgestellt. Das bedeutet eine Stunde weniger Schlaf. Seit Jahren wird darüber diskutiert, die halbjährliche Umstellung abzuschaffen. Nun bereitet die Europäische Kommission eine neue Studie vor, die neue Impulse für die politische Debatte liefern soll.
Ein Diplomat der derzeit amtierenden zypriotischen EU-Ratspräsidentschaft bestätigte auf Anfrage der APA, dass eine Analyse zu dem seit langem anhängigen Legislativvorschlag in Vorbereitung sei. „Sollte die Studie während unserer Präsidentschaft vorliegen, wären wir bereit, sie vorzustellen und einen Meinungsaustausch in der zuständigen Arbeitsgruppe zu führen“, sagte der Diplomat. Nach aktuellem Stand könnte die Untersuchung frühestens gegen Ende der Präsidentschaft im Juni fertiggestellt sein.
EU-Parlament hat Abschaffung bereits beschlossen
Das Europäische Parlament hat sich bereits 2019 für ein Ende der Zeitumstellung ausgesprochen. Die Umsetzung scheiterte bisher jedoch an fehlender Einigkeit zwischen den Mitgliedstaaten. Für eine Abschaffung wäre eine qualifizierte Mehrheit erforderlich, also sowohl eine ausreichende Zahl an Staaten als auch ein entsprechender Anteil der EU-Bevölkerung.
Die geplante Studie der Europäischen Kommission könnte nun als Grundlage für neue Gespräche dienen. Beobachter hoffen, dass dadurch Bewegung in die seit Jahren blockierte Diskussion kommt.
Belastung für viele Menschen
Der Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit wird von vielen Menschen als belastend empfunden. Besonders Kinder reagieren häufig sensibel auf die Verschiebung des Tagesrhythmus. Vor allem Kleinkinder haben feste Schlaf- und Essenszeiten. Nach der Zeitumstellung kann es mehrere Tage oder sogar Wochen dauern, bis sich ihr biologischer Rhythmus wieder stabilisiert.
Nicht nur Menschen sind von der Zeitumstellung betroffen. Auch Haustiere orientieren sich stark an festen Tagesabläufen. Fütterungszeiten oder Spaziergänge lassen sich für Tiere nicht einfach per Knopfdruck umstellen. Das bedeutet, dass auch Tierhalter ihren Tagesablauf oft schrittweise anpassen müssen, bis sich der neue Rhythmus eingespielt hat.
Sommerzeit seit der Ölkrise
Die Sommerzeit wurde in Europa 1973 während der Ölkrise eingeführt. Ziel war es, Energie zu sparen und das Tageslicht besser zu nutzen. Frankreich führte sie damals als erstes europäisches Land ein.
Österreich folgte erst 1979. Gründe waren verwaltungstechnische Fragen sowie der Wunsch nach einer verkehrstechnischen Harmonisierung mit Deutschland und der Schweiz, die die Sommerzeit schließlich 1980 einführten.
Einige Länder haben Zeitumstellung bereits abgeschafft
Während die Diskussion in der EU weiterläuft, haben einige Staaten die Zeitumstellung bereits abgeschafft. Dazu zählen Island, Belarus, Russland und die Türkei.
Ob die neue Studie der Europäischen Kommission zu einem politischen Durchbruch führt, bleibt vorerst offen. Doch die Debatte über Sinn und Belastung der Zeitumstellung ist in Europa noch lange nicht beendet.




