Hasel und Erle sorgen dieser Tage für hohe Belastung. Im März folgen weitere Baumarten. Für Allergiker beginnt damit eine intensive Phase – heuer allerdings später als in den vergangenen Jahren.
Mit dem Temperaturanstieg nimmt auch die Pollenbelastung in Österreich spürbar zu. Dieser Tage erreichen Hasel und Erle eine erste markante Spitze. An vielen Standorten sind zahlreiche Kätzchen an den Pflanzen ausgebildet, was auf eine erhöhte Pollenkonzentration schließen lässt.
„Bei Hasel und Erle wird es heuer eine starke Saison werden“, sagt Mag. Maximilian Bastl, Leiter des Pollenservice Wien. Aktuell blühen sowohl die Gemeine Hasel (Corylus avellana) als auch die Baumhasel (Corylus colurna). Bei den Erlen befindet sich die Schwarzerle (Alnus glutinosa) in Vollblüte. „Sie wird die Allergiker in den nächsten Wochen noch beschäftigen.“
Saisonstart mit Verzögerung
Im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren beginnt die Pollensaison heuer später, denn der kalte Winter hat die Entwicklung gebremst. In manchen Jahren waren erste Belastungen sogar bereits Ende Jänner messbar. „So gesehen ist heuer wieder einmal ein normales Jahr“, erklärt der Experte von der HNO-Klinik der MedUni Wien.
Dass Pollen inzwischen auch im Winter ein Thema sein können (PharmaNow berichtete), zeigt jedoch die zunehmende Verbreitung früher blühender Zierarten wie der Purpurerle. Sie kann bereits im Dezember Pollen freisetzen und damit die beschwerdefreie Zeit verkürzen. Für die aktuelle Belastung sind jedoch die heimischen Frühblüher verantwortlich.
Weitere Baumarten folgen
Im weiteren Verlauf des März erweitert sich das Spektrum der allergenen Pollen. Zunächst tritt die Esche hinzu, Ende des Monats werden Hainbuche und Birke folgen. Letztere zählt zu den stärksten Auslösern von Beschwerden und bleibt oft mehrere Wochen dominant.
Ab Mitte April sorgen Platane, Buche und Eiche für eine Übergangsbelastung. In der zweiten Mai-Hälfte beginnt die Gräser-Saison, die bis Mitte Juli andauert. Danach entspannt sich die Lage für viele Betroffene. Wer auf Wegerich, Nesselgewächse, Pilzsporen oder Ragweed sensibilisiert ist, muss jedoch bis in den Herbst mit Symptomen rechnen.
Kreuzreaktionen verstärken Beschwerden
Erle, Hasel und Birke sind kreuzreaktiv. Wer auf eine dieser Pollenarten sensibilisiert ist, reagiert häufig auch auf die anderen. Die Symptome werden bei den Betroffenen durch die Kreuzreaktion gegenseitig verstärkt. Fachleute sprechen vom „Priming-Effekt“.
Für 2026 erwarten Experten ein besonders starkes Jahr der Frühblüher. Neben Hasel und Erle dürfte auch die Birke intensiv ausfallen.
20 bis 25 Prozent betroffen
In Österreich leiden laut Bastl rund 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung an Allergien. Pollenallergien stehen dabei an erster Stelle. Etwa 50 Prozent der Pollenallergiker reagieren auf Gräser, mehr als 40 Prozent auf die Birke.
Für Apotheken beginnt damit eine beratungsintensive Zeit. Eine frühzeitige Information über Therapieoptionen kann Betroffenen helfen, Symptome besser zu kontrollieren.
Wissenschaftlich fundierte Prognosen
Der Pollenservice Wien der MedUni Wien stellt tagesaktuelle Pollenflugvorhersagen und Empfehlungen zur Verfügung. Die Prognosen basieren auf wissenschaftlich ausgewerteten Messdaten sowie der langjährigen Expertise des Teams.
Ziel des Angebots ist es, Menschen mit Pollenallergien in Wien möglichst treffsicher und umfassend über die aktuelle Belastungssituation zu informieren. Die Informationen sind unentgeltlich zugänglich und sollen eine bessere Einschätzung individueller Beschwerden ermöglichen.
Gerade zu Beginn der Saison kann die regelmäßige Beobachtung der Vorhersagen helfen, therapeutische Maßnahmen rechtzeitig anzupassen.




