Start Wissenschaft Medizin Neue Daten zur Immunität nach Hantavirus-Infektion

Neue Daten zur Immunität nach Hantavirus-Infektion

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Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass nach einer Puumala-Hanta-Infektion die Antikörper stabil bleiben und auch andere Hantaviren neutralisieren können.  

Ein internationales Forschungsteam der Medizinischen Universität Graz und der MedUni Wien hat neue Erkenntnisse zur Immunantwort nach einer Infektion mit dem Puumala-Hantavirus veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass Betroffene eine langanhaltende und breit wirksame Antikörperantwort entwickeln, die über Monate hinweg stärker und vielseitiger wird.

Hantavirus in Österreich

Hantaviren sind weltweit verbreitete Viren, welche von Nagetieren übertragen werden. In Österreich wird vor allem die Variante Puumala-Virus, durch beispielsweise Rötelmäuse übertragen. Diese scheiden das Virus über Urin, Kot und Speichel aus. Insbesondere beim Reinigen von Gartenhütten, Dachböden oder bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten kann es zur Übertragung kommen.

Je nach Virustyp kann das Krankheitsbild stark variieren. Von grippeähnlichen Symptomen bis hin zu schweren Verläufen mit Nieren-, Lungen- oder Kreislaufversagen. In Europa tritt vor allem das hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) auf. In Österreich ist die Letalität mit 1 bis 4 Prozent deutlich geringer als in Nord- und Südamerika. Dort nämlich, verursachen bestimmte Hantavirus-Typen bis zu 50 Prozent Sterblichkeit.

Eine spezifische Therapie oder Impfung existiert bislang nicht.

Studie zur Immunantwort: Erkenntnisse aus der Steiermark

Patientinnen und Patienten entwickelten Antikörper, auch gegenüber entfernter Hantaviren wie dem Andesvirus. 

Zudem beobachtete das Forschungsteam eine Veränderung der Antikörperzusammensetzung im Verlauf, wie sie auch bei anderen viralen Infektionen, etwa mit dem Ebolavirus, bekannt ist. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Virus auch nach Abklingen der Symptome in bestimmten Organen verbleiben könnte.

„Es ist natürlich sehr beruhigend zu sehen, dass sich nach der Infektion eine starke neutralisierende Antikörperantwort entwickelt, die wahrscheinlich gegen eine Reinfektion schützt“, erklärt Stefan Hatzl, Intensivmediziner und Erstautor der Studie.

Therapie- und Impfstoffentwicklung

Die breit wirksame Immunantwort könnte langfristig die Basis für neue Impfstoffe gegen verschiedene Hantaviren darstellen. Auch eine Antikörpertherapie ist denkbar.

Die Forschung zu Puumala-Virusinfektionen soll im Ignaz Semmelweis Institut weitergeführt werden – unter Leitung der Studienautoren und in Zusammenarbeit mit Semmelweis-Professor Subhra Biswas.

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