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Die Initiative Yellow September rückt Einsamkeit in den Fokus

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Mehr als 100 Organisationen beteiligen sich 2026 am Yellow September. Bis 10. Oktober sind 80 Veranstaltungen geplant. Im Mittelpunkt stehen heuer Einsamkeit und soziale Verbundenheit – mit besonderem Augenmerk auf junge Menschen und die psychische Gesundheit im Alter.

Mit dem Welttag der Suizidprävention am 10. September beginnt der diesjährige Yellow September. Die österreichweite Initiative soll bis zum Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober die Aufmerksamkeit für psychische Gesundheit erhöhen. Nach Angaben der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) beteiligen sich mehr als 100 Organisationen mit insgesamt 80 Veranstaltungen.

Der thematische Schwerpunkt liegt 2026 auf Einsamkeit und sozialer Verbundenheit. Die Projekte sollen dazu beitragen, Einsamkeit besser zu verstehen und zu enttabuisieren. Gleichzeitig sollen Begegnung, gesellschaftliche Teilhabe und soziale Verbundenheit gestärkt werden.

Offizieller Banner zum Yellow September vom 10. September bis 10. Oktober
© Gesundheit Österreich

Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) betont die gesundheitliche Bedeutung des Themas: „Einsamkeit kann jede und jeden von uns treffen – unabhängig von Alter oder Lebenssituation. Oft bleibt sie unsichtbar, obwohl sie das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit stark beeinträchtigen kann“.

Rund jede fünfte junge Person berichtet von Einsamkeit

Auswertungen der GÖG auf Basis des Panels Gesundheitsförderung vom Juni 2026 zeigen, dass rund elf Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren angeben, sich immer oder meist einsam zu fühlen. Unter den 16- bis 24-Jährigen betrifft dies rund jede fünfte Person.

GÖG-Geschäftsführer Herwig Ostermann verweist deshalb auf die Bedeutung präventiver Maßnahmen: 

Herwig Ostermann
© R. Ettl

„Einsamkeit ist mehr als das vorübergehende Gefühl, allein zu sein. Wenn sie länger anhält, kann sie das Wohlbefinden und die Gesundheit beeinträchtigen.“

Herwig Ostermann

Geschäftsführer der GÖG

Ostermann zufolge zeigen die Daten, dass besonders junge Menschen von Einsamkeit betroffen seien. Prävention müsse daher soziale Verbundenheit stärken, niedrigschwellige Begegnungsmöglichkeiten schaffen und bestehende Angebote besser sichtbar machen.

Social Media und Chatbots im Blick

Auch Expertinnen der tirol kliniken und der Medizinischen Universität Innsbruck sehen mögliche Zusammenhänge zwischen Einsamkeit bei jungen Menschen und der digitalen Lebenswelt. Ann-Christin Jahnke-Majorkovits, Psychologin am Landeskrankenhaus in Hall in Tirol, verwies dabei auf soziale Netzwerke und Chatbots. Barbara Haid, Präsidentin des Bundesverbands für Psychotherapie, betonte jedoch, dass weitere Forschung notwendig sei, um klare Kausalitäten herzustellen.

Veranstaltungen schaffen Räume für Begegnung

Das Programm des Yellow September setzt österreichweit unterschiedliche Schwerpunkte. Öffentliche Gebäude werden gelb beleuchtet. In Kärnten sollen gelbe Parkbänke unter dem Motto „Nimm Platz! Reden hilft. Zuhören auch“ Begegnungen fördern.

In Innsbruck ist ein „Walk & Talk gegen Einsamkeit“ entlang des Inns vorgesehen. Salzburg setzt mit einem Nachbarschaftscafé auf einen neuen Ort für Begegnung und soziale Teilhabe. In Wien stehen unter anderem die Verleihung des Papageno-Medienpreises für suizidpräventive Berichterstattung sowie der „Tag der Psychologie“ im Rathaus auf dem Programm.

Pensionistenverband fordert stärkeren Fokus auf ältere Menschen

Anlässlich des Welttags der Suizidprävention fordert der Pensionistenverband Österreich (PVÖ) zusätzliche Maßnahmen für die psychische Gesundheit älterer Menschen. Der Verband verweist dabei auf die Suizidzahlen des Jahres 2024: In Österreich starben 1.219 Menschen durch Suizid, darunter 972 Männer und 247 Frauen.

Nach Angaben des PVÖ liegt das Suizidrisiko bei den 75- bis 79-Jährigen mehr als doppelt so hoch wie im Bevölkerungsschnitt. Ab 85 Jahren sei es knapp fünf Mal so hoch. PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer sieht darin Handlungsbedarf: „Diese Zahlen sind ein deutlicher Auftrag zum Handeln. Gerade im Alter können Einsamkeit, gesundheitliche Einschränkungen, der Verlust nahestehender Menschen oder das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, zu schweren Krisen führen. Niemand darf damit allein gelassen werden“.

Niederschwellige psychosoziale Angebote gefordert

Der PVÖ fordert mehr Möglichkeiten für Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe, um Alterseinsamkeit entgegenzuwirken. Außerdem spricht sich der Verband für einen niederschwelligen, flächendeckenden und leistbaren Zugang zu psychosozialer Beratung und professioneller Hilfe aus. Diese solle auch anonym verfügbar sein.

Weitere Informationen und alle Veranstaltungen des Yellow September sind unter yellowseptember.at abrufbar.

Hinweis

Menschen in einer verzweifelten Lebenssituation oder mit Suizidgedanken sowie Angehörige finden Hilfsangebote und Kontaktdaten österreichischer Einrichtungen auf dem Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums unter suizid-praevention.gv.at .
Informationen für Jugendliche bietet bittelebe.at .

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