Schwangerschaftsdiabetes endet nicht zwangsläufig mit der Geburt. Auch wenn sich die Blutzuckerwerte danach häufig normalisieren, bleibt das Risiko für einen späteren Typ-2-Diabetes erhöht. Das Deutsche Diabetes-Zentrum weist deshalb auf die Bedeutung der Nachsorge und regelmäßiger Blutzuckerkontrollen hin.
Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, kann grundsätzlich jede Schwangere betreffen. Ein erhöhtes Risiko besteht laut Deutschem Diabetes-Zentrum (DDZ) unter anderem bei Adipositas, höherem Alter, bestehender Insulinresistenz oder wenn bereits in einer früheren Schwangerschaft ein Gestationsdiabetes aufgetreten ist.
Während der Schwangerschaft verändert sich der Stoffwechsel. Plazentahormone können die Wirkung von Insulin abschwächen. Kann der Körper den dadurch veränderten Insulinbedarf nicht ausreichend kompensieren, können die Blutzuckerwerte steigen.
Risiken für Mutter und Kind
Bleibt ein erhöhter Blutzucker unbehandelt, kann dies mit gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind verbunden sein. Bei der Mutter steigt demnach das Risiko für Bluthochdruck, Präeklampsie und Komplikationen bei der Geburt. Beim Kind können unter anderem ein zu hohes Geburtsgewicht und Unterzuckerungen unmittelbar nach der Geburt auftreten.
Eine wichtige Rolle spielt daher das Screening während der Schwangerschaft. Zur Diagnose werden Glukosetests eingesetzt, bei denen nach dem Trinken einer Glukoselösung der Blutzucker bestimmt wird. Dieses Screening wird üblicherweise zwischen der 24. Und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt.
Nachsorge nach der Geburt entscheidend
Nach der Schwangerschaft sollten sich die Blutzuckerwerte wieder normalisieren. Das ist jedoch nicht bei allen betroffenen Frauen der Fall. Dr. Oana-Patricia Zaharia, Diabetologin und Wissenschafterin am DDZ, verweist deshalb auf die Bedeutung einer Nachsorge sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt.
Auch langfristig sollte das erhöhte Diabetesrisiko berücksichtigt werden. Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, tragen ein erhöhtes Risiko, später einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.
„Schwangerschaftsdiabetes ist mehr als eine vorübergehende Diagnose: Wer davon betroffen war, trägt lebenslang ein bis zu zehnfach erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes. Der Blutzucker sollte regelmäßig weiter kontrolliert werden“, sagt Prof. Michael Roden, Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher des Vorstands des DDZ sowie Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf.
Ernährung und Bewegung als Teil der Behandlung
Nach Angaben des DDZ können eine ausgewogene Ernährung und auf die Schwangerschaft abgestimmte Bewegung dazu beitragen, die Blutzuckerwerte zu senken. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann Insulin zur Behandlung eingesetzt werden.
Das DDZ verweist zudem auf eine Auswertung aus dem Jahr 2024 aus der Deutschen Gestationsdiabetes-Studie (PREG). Demnach war längeres Stillen mit einem niedrigeren Herz-Kreislauf-Risiko verbunden. Dieser Zusammenhang zeigte sich insbesondere bei Frauen, die zuvor einen Schwangerschaftsdiabetes hatten.




