Start Wissenschaft Weniger Schlaf lässt Körpergewicht steigen

Weniger Schlaf lässt Körpergewicht steigen

Bereits eine moderate Verkürzung der Schlafdauer kann sich innerhalb weniger Wochen auf Körpergewicht und Stoffwechsel auswirken. Eine gemeinsame Auswertung zweier randomisierter Studien zeigt: Bei rund 78 Minuten weniger Schlaf pro Nacht nahmen Körpergewicht, Taillenumfang und Gesamtkörpervolumen zu.

Zu wenig Schlaf wird in Beobachtungsstudien seit Langem mit Adipositas in Verbindung gebracht. Ob auch ein länger anhaltendes, vergleichsweise moderates Schlafdefizit unmittelbar Veränderungen des Körpergewichts bewirken kann, ist jedoch weniger klar. Eine im Annals of Internal Medicine veröffentlichte Analyse liefert dazu neue Daten.

Das Forschungsteam um Faris M. Zuraikat, wertete zwei randomisierte Studien im Crossover-Design gemeinsam aus. Insgesamt nahmen 95 Erwachsene ab 20 Jahren mit erhöhtem kardiometabolischem Risiko teil. Voraussetzung war eine übliche Schlafdauer von mindestens sieben Stunden pro Nacht.

1,5 Stunden weniger Schlaf über sechs Wochen

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer absolvierten jeweils zwei sechswöchige Studienphasen, zwischen denen eine mehrwöchige Auswaschphase lag. In einer Phase sollten sie ausreichend schlafen, in der anderen wurde die Schlafdauer um 1,5 Stunden pro Nacht reduziert.

Tatsächlich schliefen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der Schlafrestriktion im Mittel 78,4 Minuten weniger pro Nacht als in der Vergleichsphase.

Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter erfassten unter anderem Körpergewicht, Taillenumfang und Veränderungen des Körpers mittels Magnetresonanztomographie. Zusätzlich wurden Faktoren untersucht, die mit der Energiebilanz zusammenhängen.

Gewicht und Taillenumfang nahmen zu

Nach sechs Wochen mit verkürzter Schlafdauer lag das Körpergewicht durchschnittlich um 0,45 Kilogramm höher als unter ausreichendem Schlaf. Auch der Taillenumfang nahm um 0,52 Zentimeter zu. Das Gesamtkörpervolumen war um 0,56 Liter erhöht.

Effekte waren moderat

Die Ergebnisse sprechen nach Einschätzung der Studienautorinnen und -autoren dafür, dass länger anhaltender moderater Schlafmangel eine Gewichtszunahme begünstigen kann. Die Untersuchung erlaubt allerdings keine Aussage darüber, welche Folgen ein entsprechendes Schlafdefizit über Monate oder Jahre hätte.

Die Autorinnen und Autoren weisen zudem auf mehrere Limitationen hin. Die sechswöchige Intervention könnte zu kurz gewesen sein, um Veränderungen der Körperzusammensetzung zuverlässig zu erfassen. Für die Untersuchung individueller Unterschiede war die statistische Aussagekraft begrenzt

Die Ergebnisse legen damit nicht nahe, dass eine geringfügig kürzere Schlafdauer zwangsläufig zu Adipositas führt. Sie zeigen jedoch unter kontrollierten Studienbedingungen, dass eine anhaltende Verkürzung des Schlafs bereits innerhalb von sechs Wochen messbare Veränderungen bei Körpergewicht, Taillenumfang und weiteren untersuchten Parametern hervorrufen kann.

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