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Sandoz plant Stellenabbau am Standort Kundl

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Bei Sandoz stehen Änderungen am Tiroler Standort in Kundl bevor. Rund 100 Beschäftigte könnten betroffen sein, weil das Development Center geschlossen werden soll. Während das Unternehmen von einer organisatorischen Neuausrichtung spricht, befürchtet der Betriebsrat deutlich mehr Jobverluste.

Der Generika-Hersteller Sandoz plant einen Stellenabbau an seinem Tiroler Standort in Kundl. Hintergrund ist die geplante Schließung des Development Centers, das sich mit der Entwicklung generischer Arzneimittel beschäftigt. Nach Angaben des Unternehmens könnten rund 100 Beschäftigte von den Veränderungen betroffen sein.

Sandoz bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Der geplante Schritt betreffe ausschließlich die Entwicklungsorganisation. Die Antibiotika-Produktion am Standort Kundl soll hingegen unverändert weitergeführt werden. Als Grund für die geplanten Maßnahmen nennt das Unternehmen eine strategische Neuausrichtung. Ziel sei es, die Organisation zukunftsfähig aufzustellen und international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mitarbeitende sind informiert

Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden laut Unternehmen bereits über die geplanten Änderungen informiert. Derzeit läuft ein Konsultationsprozess mit dem lokalen Betriebsrat. „Wir werden alle betroffenen Kolleginnen und Kollegen mit Sorgfalt und umfassenden Unterstützungsangeboten begleiten, um ihnen den Übergang zu neuen Möglichkeiten innerhalb oder außerhalb von Sandoz zu erleichtern“, so das Unternehmen. 

Betriebsrat befürchtet deutlich mehr Stellenstreichungen

Der Betriebsrat geht indes von einem deutlich größeren Stellenabbau aus. Laut Belegschaftsvertretung könnten insgesamt zwischen 170 und 190 Arbeitsplätze betroffen sein.

Nach Angaben der Arbeitnehmervertretung sollen neben der aufgelösten Abteilung, die nach Slowenien und Indien verlagert werden, zusätzlich auch zwei Abteilungen verkleinert werden. Diese Zahlen bestätigte das Unternehmen bislang nicht.

Kundl bleibt laut Sandoz Zentrum für Penicilline

Trotz der geplanten Änderungen betont Sandoz die Bedeutung des Tiroler Standorts. Kundl bleibe weiterhin das strategische Zentrum des Unternehmens für Penicilline in Europa. Die Unternehmensführung verweist zudem auf Investitionen in den vergangenen zwei Jahren. Insgesamt seien rund 200 Millionen Euro in den Produktionsstandort geflossen.

Nicht betroffen von den aktuellen Plänen sei außerdem die kommerzielle Organisation des Unternehmens in Wien, die für die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Österreich zuständig ist.

Politische Kritik an den Plänen

Die angekündigten Maßnahmen lösten auch politische Reaktionen aus. Der Tiroler SPÖ-Landeshauptmannstellvertreter und Landesparteivorsitzende Philip Wohlgemuth kritisierte mögliche Verlagerungen von Arbeitsplätzen ins Ausland. Er verwies darauf, dass der Pharmastandort Tirol in den vergangenen Jahren auch mit öffentlichen Mitteln unterstützt worden sei. Er warnte zudem vor langfristigen Folgen für den Standort, wenn Forschungs- und Entwicklungsbereiche verlagert würden.

„Wenn ein Unternehmen über Jahre hinweg von öffentlichen Förderungen und Investitionen in den Standort profitiert und gleichzeitig hoch qualifizierte Arbeitsplätze ins Ausland verlagert, dann ist das nicht akzeptabel,“ so Wohlgemuth.

Auch der FPÖ-Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak äußerte Kritik. Er sieht den möglichen Stellenabbau als Folge wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen in Österreich und fordert umfassende Maßnahmen zur Stärkung des Pharmastandorts.

QuelleAPAmed

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