Ein Forschungsteam aus Deutschland zeigt erstmals, wie Entzündungszellen von der Haut in die Gelenke wandern und dort eine Psoriasis-Arthritis auslösen können. Die Erkenntnisse eröffnen neue Möglichkeiten zur Früherkennung und Prävention.
Psoriasis: eine systemische Autoimmunkrankheit
Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Autoimmunkrankheit, die durch eine fehlgeleitete Immunreaktion ausgelöst wird. Dabei erneuern sich die Hautzellen deutlich schneller als normal. Das führt zu geröteten, schuppenden Hautarealen. Diese gehen häufig mit starkem Juckreiz einher und treten besonders an Ellbogen, Knien, der Kopfhaut und im unteren Rücken auf.
Die Erkrankung verläuft meist in Schüben. Genetische Faktoren spielen eine Rolle. Auch Stress, Infektionen oder andere äußere Auslöser können Schübe triggern.
Wenn die Schuppenflechte die Gelenke erreicht
Etwa 20 bis 30 Prozent der Menschen mit Psoriasis entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Psoriasis-Arthritis. Diese entzündliche Gelenkserkrankung kann unbehandelt zu dauerhaften Schäden an Knochen und Gelenken führen. Warum dieser Übergang nur bei einem Teil der Betroffenen erfolgt, war bislang unklar.
Forschung zeigt neuen Mechanismus der Krankheitsausbreitung
Ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnbergkonnte nun zeigen, dass sich in der entzündeten Haut von Psoriasis-Betroffenen spezielle Vorläuferzellen des Immunsystems bilden. Diese Zellen können über den Blutkreislauf in die Gelenke gelangen. Entscheidend ist jedoch: Die bloße Anwesenheit der Immunzellen im Gelenk reicht nicht aus, um eine Entzündung auszulösen.
Im Gelenk treffen die Immunzellen auf sogenannte Fibroblasten. Das sind Bindegewebszellen, die normalerweise eine schützende und regulierende Funktion haben. Bei Betroffenen mit Psoriasis-Arthritis ist diese Schutzfunktion jedoch eingeschränkt. Die Immunzellen werden nicht ausreichend kontrolliert und können eine anhaltende Entzündungsreaktion auslösen.
Neue Chancen für Früherkennung und Prävention
Da sich die wandernden Entzündungszellen bereits vor dem Auftreten von Gelenkbeschwerden im Blut nachweisen lassen, könnten sie künftig als Frühwarnsignal dienen. Ziel zukünftiger Therapien könnte es sein, die Wanderung dieser Zellen gezielt zu blockieren – und damit das Entstehen einer Psoriasis-Arthritis zu verhindern.




