In England wird es bald möglich sein, Kleinkinder in der Apotheke gegen die Grippe impfen zu lassen. Der nationale Gesundheitsdienst hofft, dass das Pilotprojekt die Impfquote in dieser Altersgruppe erhöht.
Die englischen Apothekerinnen und Apotheker (Community Pharmacy England) haben sich mit dem nationalen Gesundheitsdienst (National Health Service NHS) auf ein Pilotprojekt geeinigt. Das teilte Community Pharmacy England auf seiner Website mit. Demnach können Apotheken ab dem 1. Oktober 2025, zunächst für ein Jahr befristet, die Grippeimpfung für Kinder im Alter zwischen zwei und drei Jahren anbieten. Verabreicht wird die Impfung als Nasenspray.
Ausweitung soll Impfquote erhöhen
In der letzten Grippesaison gab es in England etwa 1,2 Millionen impfberechtigte Kinder in der Altersgruppe zwischen zwei und drei Jahren, allerdings haben davon nur rund 43% tatsächlich eine Impfung erhalten. Um die Inanspruchnahme zu verbessern, beschloss NHS England diesen neuen erweiterten Dienst für Apotheken in Auftrag zu geben.
Auf diese Weise will man die Impfquote in dieser Altersgruppe erhöhen. Für ältere Kinder dagegen gibt es normalerweise in der Schule ein entsprechendes Impfangebot.
Niederschwelliges Impfservice
„Community Pharmacy England freut sich, diese neue erweiterte Dienstleistung für ein Jahr versuchsweise anbieten zu können, und wir sind zuversichtlich, dass die Apotheken-Teams die Impfquoten steigern können, indem sie Eltern und ihren anspruchsberechtigten Kindern einen bequemen und leicht zugänglichen Service bieten“, erklärte Alastair Buxton, Direktor der NHS-Dienste bei Community Pharmacy England, in einer Mitteilung.
Die Apotheken erhalten pro Impfung 9,58 Pfund (aktuell etwa 11 Euro). Das Geld stammt aus dem Impfbudget des NHS.
Laut aktuellem Impfplan für Österreich ist die Grippeimpfung für alle ab dem Alter von sechs Monaten empfohlen.
Österreich: Forderung nach Impfen in Apotheken
Österreichs Apothekerschaft wartet nach wie vor auf den Auftrag des Gesetzgebers, Impfungen durchführen zu dürfen. Angesichts der Engpässe in der medizinischen Versorgung und der im internationalen Vergleich geringen Impfrate solle auch hierzulande die rechtliche Grundlage für Impfen in Apotheken geschaffen werden, appellierte der Präsident des Österreichischen Apothekerverbands, Mag.pharm. Thomas W. Veitschegger, erst Ende Juni anlässlich einer Presseaussendung.




