Start Politik Gesundheitspolitik Österreichischer Impfplan 2026/27 ändert Pertussis-Auffrischung

Österreichischer Impfplan 2026/27 ändert Pertussis-Auffrischung

Der aktualisierte Österreichische Impfplan 2026/27 bringt eine Änderung bei der Pertussis-Impfung: Für Personen unter 60 Jahren wird die Auffrischung gegen Keuchhusten wieder alle zehn Jahre empfohlen. Ab 60 Jahren bleibt es beim Fünfjahresintervall. Bei COVID-19 rät das Gesundheitsministerium zur Auffrischung – die Infektionswelle könnte heuer früher einsetzen.

Mit dem Österreichischen Impfplan 2026/27 hat das Gesundheitsministerium die Impfempfehlungen für die kommende Saison aktualisiert. Im Fokus stehen die Auffrischung gegen Keuchhusten sowie die COVID-19-Impfung.

Pertussis-Auffrischung wieder alle zehn Jahre

Nach dem starken Anstieg der Keuchhustenfälle im Jahr 2024 wurde das empfohlene Intervall für Auffrischungsimpfungen gegen Pertussis auf fünf Jahre verkürzt. Mit dem aktualisierten Österreichischen Impfplan 2026/27 kehrt das Gesundheitsministerium für Personen unter 60 Jahren nun zum Zehnjahresintervall zurück.

Grund dafür ist die verbesserte epidemiologische Situation. Im Jahr 2025 wurden in Österreich 1.913 Keuchhustenfälle gemeldet. 2024 waren es noch 15.470 Infektionen gewesen. Damals hatte die hohe Fallzahl zur Empfehlung geführt, auch bei unter-60-Jährigen bereits nach fünf Jahren aufzufrischen.

Die Grundimmunisierung gegen Pertussis erfolgt im Säuglingsalter mit Sechsfach-Impfstoffen. Im Kindes- und Jugendalter folgen zwei Auffrischungsimpfungen mit Vierfach-Impfstoffen. Diese Impfungen sind kostenlos.

Im Erwachsenenalter erfolgt die Auffrischung mit einem Dreifach-Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis. Bis zum vollendeten 60. Lebensjahr gilt dafür nun wieder ein Intervall von zehn Jahren. Ab dem vollendeten 60. Lebensjahr liegt die Empfehlung der Auffrischung bei 5 Jahren.

COVID-19-Auffrischung ab zwölf Jahren empfohlen

Beim Impfschema gegen COVID-19 gibt keine größeren Änderungen. Die Impfung wird in der Saison 2026/27 weiterhin kostenlos angeboten und ist für Kinder ab sechs Monaten, Jugendliche und Erwachsene möglich.

Allen Personen ab zwölf Jahren empfiehlt der Impfplan eine Auffrischungsimpfung, wenn sie ihr Risiko für einen möglichen schweren Krankheitsverlauf reduzieren möchten. Besondere Priorität haben Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf, Personen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr sowie Personal des Gesundheitswesens.

Maria Paulke-Korinek, Leiterin der Abteilung Impfwesen im Gesundheitsministerium, empfiehlt, die Auffrischung bereits jetzt vorzunehmen. „Wir erwarten die Welle heuer früher“, sagte sie gegenüber der APA.

Welche COVID-19-Impfstoffe zur Verfügung stehen

Für die Auffrischung stehen laut Impfplan Variantenimpfstoffe gegen LP.8.1 beziehungsweise XFG zur Verfügung. Auch Personen, die im vergangenen Jahr mit einem LP.8.1-Variantenimpfstoff geimpft wurden, können diesen demnach erneut für die Auffrischung erhalten.

LP.8.1 und XFG seien immunologisch eng miteinander verwandt. Daher werde davon ausgegangen, dass die Schutzwirkung gegen die derzeit zirkulierenden Varianten in vergleichbarem Ausmaß gegeben ist, heißt es im aktualisierten Impfplan.

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