Harald Sourij und Julia Mader übernehmen die Führung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG). Das neue Präsidium setzt klare Schwerpunkte in Versorgung, Bewegung, Nachwuchsförderung und Digitalisierung – mit Fokus auf Innovation und interdisziplinärer Zusammenarbeit.
Die Österreichische Diabetes Gesellschaft hat ein neues Präsidium gewählt. Univ.-Prof. PD Dr. Harald Sourij, MBA wurde zum Präsidenten ernannt, Univ.-Prof. PD Dr. Julia Mader übernimmt die Rolle der Ersten Sekretärin. Das neue Führungsteam stammt von der Medizinischen Universität Graz und leitet die Fachgesellschaft für die kommenden zwei Jahre.

Unser Ziel ist es, die Versorgung von Menschen mit Diabetes in Österreich nachhaltig zu stärken und Innovationen rasch in die Praxis zu bringen.
Univ.-Prof. PD. Dr. Harald Sourij, MBA, Präsident der ÖDG
Fokus auf Versorgung und Ausbildung
Ein zentrales Anliegen des neuen Präsidenten ist die Stärkung der Sekundärversorgung. Dafür ist ein neues Aus- und Weiterbildungsprogramm geplant, das vertieftes Wissen im Bereich Diabetes und metabolischer Erkrankungen vermitteln soll. Darüber hinaus steht auch die gezielte Förderung des diabetologischen Nachwuchses im Fokus.
Bewegung als strategischer Schwerpunkt
Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der neuen ÖDG-Leitung liegt auf Bewegung als Therapie. Denn moderne Technologien ermöglichen Menschen mit Typ 1 Diabetes eine aktive Teilhabe auch im Spitzensport, betont Julia Mader.
Für Personen mit Typ 2 Diabetes sei regelmäßige körperliche Aktivität ein wesentlicher Teil einer erfolgreichen Lebensstiländerung, ergänzt Sourij. Deshalb plant die ÖDG, gesundheitsfördernde Angebote weiter auszubauen und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse noch stärker in die Versorgungspraxis zu integrieren.
Registerdaten und Digitalisierung
Ein weiterer strategischer Fokus liegt auf der Nutzung nationaler Gesundheitsdaten zur Auswertung von Versorgungsqualität und Komplikationen. Die ÖDG strebt eine strukturierte Kodierung und Zusammenführung von Medikationsdaten aus dem niedergelassenen und stationären Bereich an.
Darüber hinaus engagiert sich die Gesellschaft in der Neuaufstellung des Disease-Management-Programms „Therapie Aktiv“, gemeinsam mit Sozialversicherungen und weiteren Partnern. Die ÖDG plant auch einen elektronischen Diabetespass in ELGA und arbeitet an der Integration von Sensor- und Pumpendaten in die Versorgungsstrukturen.
Kinder und Jugendliche im Fokus
Besonders am Herzen liegt dem neuen Präsidenten die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Typ 1 Diabetes. Deshalb sollen bestehende Projekte wie die mobile Diabetesassistenz weiter ausgebaut werden.
Forschung und internationale Zusammenarbeit
Wissenschaftlich will die ÖDG weiterhin Akzente setzen – etwa durch Immuntherapien und Zelltherapien bei Typ 1 Diabetes sowie durch neue Lebensstilinterventionen bei Typ 2 Diabetes. Internationale Kooperationen sollen weiter ausgebaut werden, um an global relevanten Studien und Leitlinien mitzuarbeiten.
Über die Österreichische Diabetes Gesellschaft
Die ÖDG ist die ärztlich-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Diabetes mellitus in Österreich. Sie setzt sich für die Verbesserung der Versorgung, Prävention, Forschung und Fortbildung im Bereich Diabetes und verwandter Erkrankungen ein. Ihr Ziel ist es, die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes zu stärken und eine kontinuierliche Verbesserung der Versorgung sicherzustellen.
Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren: • Eiszeit für den Blutzucker: Darauf sollte man im Winter achten • Diabetes bleibt oft unentdeckt • Prädiabetes erkennen: Blutzucker senken, Herz schützen




