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Masern gelten in Österreich laut WHO nicht mehr als eliminiert

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Österreich den Eliminationsstatus für Masern entzogen. Grund dafür ist ein starker Anstieg der Fälle im Jahr 2024 mit insgesamt 542 bestätigten Infektionen. Die Impfskepsis bleibt hoch, eine breite Immunität ist nicht gegeben.

WHO stuft Masernstatus auf „wieder etabliert“ zurück

Österreich hat laut WHO den Status der Masernelimination verloren. Das wurde bei einem Treffen der europäischen Masern- und Röteln-Kommission der Organisation bekannt. Maßgeblich war der deutliche Anstieg an Masernfällen im Jahr 2024. Laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurden 542 Fälle im nationalen Meldesystem erfasst. Damit erfüllt Österreich nicht mehr die Kriterien für eine nachhaltige Unterbrechung der Viruszirkulation.

Zahl der schweren Verläufe hoch

Von den im Jahr 2024 gemeldeten Fällen mussten 120 Personen im Krankenhaus behandelt werden. Vier Patientinnen bzw. Patienten benötigten intensivmedizinische Betreuung. Auch im Folgejahr 2025 blieben die Zahlen erhöht: 152 Masernfälle wurden registriert. Mehr als 20 Prozent davon führten zu einer stationären Aufnahme. Seit Jahresbeginn 2026 hat das Meldesystem zwei neue Erkrankungen erfasst. Die AGES geht davon aus, dass mit weiteren Fällen zu rechnen ist.

Impfrate liegt deutlich unter Zielmarke

Laut WHO und AGES ist für eine effektive Elimination des Masernvirus eine Durchimpfungsrate von über 95 Prozent notwendig. In Österreich liegt diese derzeit bei nur 71 Prozent – deutlich unter dem Zielwert. Als Gründe werden unter anderem anhaltende Impfskepsis und Informationsdefizite genannt. Das Gesundheitsministerium prüft daher Maßnahmen, um die Impfbereitschaft zu steigern. Eine gezielte Impfkampagne zum Thema Masern ist in Planung, um das Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzes zu erhöhen.

MMR-Impfung: kostenlos und für alle Altersgruppen verfügbar

Die Masernimpfung ist in Österreich Teil der kostenfreien MMR-Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Das Kinderimpfprogramm sieht die MMR-Impfung standardmäßig vor; Erwachsene können sie ebenfalls kostenlos in Anspruch nehmen. Erwachsene können ihren Impfstatus überprüfen lassen und fehlende Impfungen jederzeit nachholen. Hausärztinnen und -ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker stehen für eine niederschwellige Beratung rund um Impfungen und den Impfstatus zur Verfügung. 

Rückkehr zum Eliminationsstatus

Langfristig verfolgen sowohl Österreich als auch die WHO das Ziel, Masern und Röteln weltweit zu eliminieren. Dafür ist eine konsequente Impfpraxis unerlässlich. Masern gelten als keine harmlose Kinderkrankheit, sondern als ernst zu nehmende Infektion mit möglichen Komplikationen. Eine flächendeckende Immunisierung gilt als zentrale Maßnahme, um Infektionsketten zu unterbrechen und Ausbrüche zu verhindern.

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